Der Zinseinbruch für Hypothekendarlehen hat dazu geführt, dass die laufenden Kosten für Wohneigentümer zwischen 2018 und 2019 gefallen sind. In fast allen deutschen Kreisen tragen Selbstnutzer geringere Kosten als Mieter. Der Zinsrückgang hat nicht nur die laufenden Kosten der Eigentümer relativ zu den Mietern gesenkt, sondern in weiten Teilen sind auch die aufzubringenden Annuitäten bei einer Immobilienfinanzierung gesunken. Die Kaufpreise für Wohnimmobilien sind zwar weiter gestiegen, jedoch nicht so sehr, wie die Zinsen gefallen sind, was das gesamte aufzuwendende Finanzierungsvolumen beim Immobilienerwerb teilweise deutlich reduziert hat.

Die wirtschaftlichen Implikationen der Corona-Krise und damit verbundene Risiken für den Wohnungsmarkt sind ungleich zwischen den Regionen verteilt. Gerade im Süden Deutschlands scheinen die Risiken für Anpassungen in den Preisen für Wohnimmobilien sehr hoch, hier könnte zunächst eine Revision der Erwartungen notwendig sein. Ganz anders dagegen im Osten Deutschlands, dort erscheinen Mietsteigerungen und damit auch Preissteigerungen wahrscheinlich.

Aufgrund der finanziellen Sorgen, die mit potenziellen Mietausfällen für Vermieter verbunden sind, wird in diesem Jahr auch die Situation der privaten Vermieter in Deutschland betrachtet. Anteil und Anzahl der privaten Vermieter sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, was darauf schließen lässt, dass die Haushalte die günstigen Finanzierungsbedingungen der letzten Jahre genutzt haben. Die Analyse zeigt weiter, dass ein großer Teil der privaten Vermieter nur geringe Einnahmen aus der Vermietung erwirtschaftet. Corona-bedingte Mietausfälle könnten diese für den deutschen Mietwohnungsmarkt wichtige Gruppe finanziell stark belasten.