Im Jahr 2020 haben sich die Zinsen für Hypothekendarlehen erneut deutlich verringert, gleichzeitig sind die Zinsen für eine alternative Anlage gesunken. Beide Entwicklungen haben dazu geführt, dass die Selbstnutzerkosten im vergangenen Jahr zurückgegangen sind. Die deutlich gesunkenen Hypothekenzinsen haben dafür gesorgt, dass vielerorts auch die Annuität, die Summe aus Zins und Tilgung, die bei der Finanzierung eines Immobiliendarlehens aufzubringen ist, nicht gestiegen ist. Die Entwicklung dieser für den Selbstnutzerkostenansatz entscheidenden Parameter kann damit auch zur Erklärung beitragen, warum die Preise für Wohnimmobilien 2020 erneut angestiegen sind. Der Preisanstieg im vergangenen Jahr, trotz der mit der Corona-Pandemie verbundenen Unsicherheiten, kommt aus Sicht des Selbstnutzerkostenansatzes daher nicht überraschend, da er die nach wie vor bestehende Unterbewertung der Wohnimmobilien spiegelt.

Die Pandemie hat 2020 dazu geführt, dass die Wanderungen nach Deutschland zurückgegangen sind, was die Bevölkerungsentwicklung insgesamt gebremst hat. Mittelfristig wird mit einem erneuten Anstieg der Wanderungszahlen gerechnet und insbesondere die Großstädte bleiben weiterhin sowohl für die Binnen- als auch für die Außenwanderer relevante Zielregionen. Eine dauerhafte Kehrtwende bei der Bevölkerungsentwicklung in den Großstädten wird daher mittelfristig nicht erwartet.