Hessen steht vor einer großen Aufgabe: Während auf der einen Seite die Wettbewerbsfähigkeit hessischer Industrieunternehmen aufgrund der Rahmenbedingungen in Deutschland leidet und der Anteil der Bruttowertschöpfung von 19,0 Prozent im Jahr 2016 auf mittlerweile nur noch 14,8 Prozent gesunken ist, übt die Industrie auf der anderen Seite zentrale Funktionen zur Sicherung des Wohlstands in Hessen aus. Die Industrie ist erstens hochproduktiv und kann deshalb attraktive Arbeitnehmerentgelte bieten.
Die Industrie als Treiber von Produktivität und Innovation für ein starkes Hessen
Studie für HESSENMETALL und HessenChemie
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Hessen steht vor einer großen Aufgabe: Während auf der einen Seite die Wettbewerbsfähigkeit hessischer Industrieunternehmen aufgrund der Rahmenbedingungen in Deutschland leidet und der Anteil der Bruttowertschöpfung von 19,0 Prozent im Jahr 2016 auf mittlerweile nur noch 14,8 Prozent gesunken ist, übt die Industrie auf der anderen Seite zentrale Funktionen zur Sicherung des Wohlstands in Hessen aus. Die Industrie ist erstens hochproduktiv und kann deshalb attraktive Arbeitnehmerentgelte bieten.
Zweitens ist sie eng eingebettet in die exzellente hessische Forschungslandschaft, die ohne industrielle Drittmittel in diesem Ausmaß nicht existieren könnte. Drittens existiert ein erfolgreicher Industrie-Dienstleistungsverbund – rund 5 Prozent des hessischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) würden fehlen, wenn Industrieunternehmen keine Dienstleister beauftragen würden.
In diesem Spannungsfeld müssen nun weitreichende Lösungen durch die Hessische Landesregierung gefunden und umgesetzt werden, um eine Stärkung der Industrie zu ermöglichen und den Wohlstand in Hessen zu sichern. Dafür wurden zehn Handlungsempfehlungen für eine Roadmap Industrie Hessen auf Basis einer umfassenden Empirie* erarbeitet.
Hessen hat noch immer bedeutende industrielle Stärken, die aber zu erodieren drohen. Das Sondervermögen Infrastruktur sollte – neben massiven Entlastungen bei bürokratischen Verfahren – gezielt für Projekte verwendet werden, die die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen am Standort bestmöglich unterstützen. Dann könnte Hessen wieder den Anschluss an frühere Wachstumsphasen finden und über die unternehmerischen Erfolge die notwendigen hohen finanziellen Mittel realisieren, die unter anderem für die Gestaltung der aktuellen Transformation erforderlich sind.
* Die Studie stützt sich auf einen Methodenmix aus ökonometrischen Analysen, statistischen Auswertungen und leitfadengestützten Experteninterviews mit Vertretern der hessischen Industrie und Forschung. Zudem werden Ergebnisse einer Unternehmensbefragung von rund 200 Unternehmen der hessischen Chemie- und Pharma- sowie Metall- und Elektroindustrie einbezogen.
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