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Andrea Hammermann / Oliver Stettes IW-Report Nr. 62 10. Dezember 2023 Büroarbeit im Wandel: Analyse der Arbeitsbedingungen von Bürobeschäftigten

Die Büroarbeit hat sich im Zeitverlauf stark gewandelt und spiegelt jeweils sowohl den technischen Fortschritt als auch den Zeitgeist der Jahrzehnte wider.

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Analyse der Arbeitsbedingungen von Bürobeschäftigten
Andrea Hammermann / Oliver Stettes IW-Report Nr. 62 10. Dezember 2023

Büroarbeit im Wandel: Analyse der Arbeitsbedingungen von Bürobeschäftigten

Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Die Büroarbeit hat sich im Zeitverlauf stark gewandelt und spiegelt jeweils sowohl den technischen Fortschritt als auch den Zeitgeist der Jahrzehnte wider.

Während Büroräume zu Beginn der Industrialisierung in der Regel nach dem Prinzip des Taylorismus durch großflächige Büros mit aufgereihten Schreibtischplätzen gekennzeichnet waren, wurde ab den 1950er Jahren vermehrt darauf geachtet, dass die Arbeitsplätze Privatsphäre und ungestörtes Arbeiten ermöglichen, beispielsweise über die Aufteilung von Großraumbüros mit Trennwänden. In den 1980er und 1990er Jahren rückte die ergonomische Ausgestaltung und die Anpassung von Büroarbeitsplätzen an die jeweiligen personellen und tätigkeitsbezogenen Anforderungen stärker in den Fokus. Durch den vermehrten Einsatz mobiler Endgeräte in den 2000er Jahren stiegen dann die Möglichkeiten der Bürobeschäftigte von unterschiedlichen Standorten aus oder von unterwegs zu arbeiten.

Seit 2016 ist die Telearbeit in Deutschland, als eingerichteter Bildschirmarbeitsplatz im Privatbereich der Beschäftigten, gesetzlich definiert und unterliegt der Arbeitsstättenverordnung. Im Folgenden wird der Begriff Homeoffice verwendet, der bislang als Teilmenge des Begriffs „mobile Arbeit“ in Deutschland nicht gesetzlich definiert ist. Im Vergleich etwa zu den skandinavischen Ländern war das Arbeiten im Homeoffice in Deutschland nur wenig verbreitet (Flüter-Hoffmann/Stettes, 2022, 6 ff.). Durch die Kontaktbeschränkungen zum Infektionsschutz während der Covid-19-Pandemie war es daher für viele Beschäftigte eine neue Erfahrung, von zu Hause aus zu arbeiten und das über eine lange Zeitspanne hinweg (vgl. Bonin/Rinne, 2021; Flüter-Hoffmann/Stettes, 2022). Frodermann et al. (2020, 5) zeigen, dass rund ein Fünftel derjenigen, die vor der Covid-19-Pandemie ausschließlich im Betrieb gearbeitet haben, im ersten Pandemiejahr ganz oder teilweise im Homeoffice arbeiteten, drei Viertel von ihnen mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit. Während der Pandemie wurden zudem die unterschiedlichen Zugangsmöglichkeiten zum Arbeiten im Homeoffice sichtbar. Vor allem Beschäftigte mit höherem Bildungsabschluss und hohem Bruttoeinkommen haben aufgrund ihrer in der Regel computerbasierten Tätigkeit häufiger Möglichkeiten, auch im Homeoffice zu arbeiten (Alipour et al., 2020, 32). Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass in etwa 56 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland prinzipiell einen Zugang zum Homeoffice haben. Unter den Bürobeschäftigten arbeiteten im Jahr 2018 rund 46 Prozent mindestens gelegentlich von zu Hause aus. Nur bei rund 15 Prozent war eine Arbeit von zu Hause aufgrund der Tätigkeit, nach Einschätzung der Bürobeschäftigten selbst, nicht möglich (Hammermann/Voigtländer, 2020).

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