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(© Foto: killerbayer/iStock)
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Arbeitsmarkt Pressemitteilung Nr. 8 19. Januar 2017

Mehr Flüchtlinge in Boomregionen

Immer mehr Flüchtlinge finden einen Job, doch die Integration in den Arbeitsmarkt läuft noch nicht optimal. Das liegt auch daran, dass Flüchtlinge nicht dort wohnen, wo Arbeitskräfte fehlen, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Das muss sich ändern.

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Derzeit werden Flüchtlinge zunächst nach dem Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer verteilt, der sich nach Bevölkerungsdichte und Steueraufkommen errechnet. Nach ihrer Anerkennung ziehen viele dann in westdeutsche Großstädte. Doch das ist ungünstig, zeigen die IW-Forscher. Im August 2016 waren bundesweit knapp 50 Prozent der potenziell erwerbsfähigen Flüchtlinge arbeitslos gemeldet. Zwischen den verschiedenen Bundesländern gibt es dabei erhebliche Unterschiede: Die Arbeitslosenquote von Flüchtlingen aus den Hauptherkunftsländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Somalia, Pakistan und Syrien ist mit 37 Prozent in Baden-Württemberg und 39 Prozent in Bayern nur etwa halb so hoch wie in Mecklenburg-Vorpommern. Unter den westdeutschen Bundesländern weisen das Saarland (67 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (57 Prozent) die höchsten Werte auf. Auch innerhalb der Bundesländer gibt es gravierende Unterschiede.

„Der Wohnort ist für die Integrationschancen sehr relevant“, erklärt Wido Geis. Der IW-Experte sieht die Politik in der Pflicht, denn mit dem neuen Integrationsgesetz können arbeitslose Flüchtlinge, über deren Asylantrag bereits entschieden worden ist, einem bestimmten Wohnort in ihrem Bundesland zugewiesen werden. „Damit sich das Potenzial der Wohnsitzauflage voll entfaltet kann, sollte die Lage am Arbeitsmarkt bei der Verteilung innerhalb des Bundeslandes stärker berücksichtigt werden“, sagt Geis.

Zugleich stellen immer mehr Unternehmen Flüchtlinge ein. Laut einer Befragung im Rahmen der Studie ist der Anteil der Firmen, die Flüchtlinge beschäftigen oder ausbilden, um vier Prozentpunkte auf über 10 Prozent gestiegen. In den vergangenen Monaten haben dabei sowohl kleine als auch mittlere Unternehmen ihr Engagement erhöht. Fast jedes dritte große Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern beschäftigt Flüchtlinge. Im Frühjahr 2016 traf dies nur auf jedes siebte Unternehmen zu.

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