1. Home
  2. Presse
  3. Pressemitteilungen
  4. Viele Branchen sehen Aufwärtstrend
IW-Verbandsumfrage 2010 Pressemitteilung Nr. 55 28. Dezember 2009

Viele Branchen sehen Aufwärtstrend

„Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise ist nach wie vor nicht überwunden und wird auch im nächsten Jahr einige Branchen noch hart treffen. Doch insgesamt scheint das Gröbste überstanden, und die meisten Branchen sehen wieder einen Aufwärtstrend.“ Dieses Fazit zieht Prof. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), aus der diesjährigen IW-Verbandsumfrage.

Darin geben von den 44 befragten Wirtschaftsverbänden 27 an, die Stimmung in den Unternehmen ihrer Sparte sei besser als am Jahresende 2008; weitere 7 Branchen bezeichnen sie als unverändert. Allerdings beurteilen 10 von 44 Verbänden ihre Situation als ungünstiger als vor einem Jahr.

Dieser gebremste Optimismus schlägt sich auch in den Erwartungen für 2010 nieder. Immerhin die Hälfte der Wirtschaftsverbände rechnet mit besseren Geschäften als 2009. Die Investitionen ziehen allerdings wohl noch nicht nachhaltig an. Damit bleiben die Aussichten für den Arbeitsmarkt unsicher: „Die Unternehmen konnten lange Zeit mit flexiblen Arbeitszeitkonten sowie Kurzarbeit ihre Beschäftigten halten und werden dies auch im kommenden Jahr versuchen.

Sollten die Erwartungen allerdings weiter einbrechen, werden viele Unternehmen nicht um einen Arbeitsplatzabbau herumkommen“, führt der IW-Direktor weiter aus. Hüther warnt aber auch vor Schwarzmalerei: Zieht die internationale Konjunktur schneller und deutlicher an als bisher erwartet, könnte auch die exportorientierte deutsche Wirtschaft stärker als andere Länder auf den internationalen Märkten punkten und damit die Krise überwinden.

Die Aussichten für 2010 im Einzelnen:

Produktion

  • Immerhin 20 der 44 befragten Wirtschaftsverbände gehen von einer etwas höheren Produktion oder einem höheren Umsatz aus als 2009. Weitere 2 Branchen peilen sogar einen kräftigen Outputzuwachs an – die Energie- und Wasserwirtschaft sowie die Eisen- und Stahlindustrie.
  • Mit einem konstanten Produktions- beziehungsweise Umsatzergebnis rechnen 9 Verbände.
  • 12 Bereiche erwarten dagegen auch 2010 sinkende Umsatzzahlen, ein Wirtschaftsverband – Schiffbau und Meerestechnik – sieht sogar ein wesentlich niedrigeres Ergebnis auf sich zukommen als 2009.

Investitionen

  • Die Unternehmen halten sich vorerst noch zurück – 24 Verbände rechnen im kommenden Jahr mit konstanten Investitionsbudgets ihrer Firmen; nur 9 Sparten halten ein Plus für wahrscheinlich.
  • Demgegenüber werden die Betriebe in 11 Branchen wohl nicht umhin kommen, ihre Investitionen zurückzuschrauben.

Beschäftigung

  • Die Krise wirkt noch nach: Zwar rechnen 16 Verbände mit einem konstanten Beschäftigungsniveau, aber 27 halten einen Arbeitsplatzabbau in ihren Unternehmen im kommenden Jahr für kaum vermeidbar.
  • Als einziger Verband geht die Lederindustrie von einer steigenden Beschäftigung in ihren Betrieben aus.

IW-Verbandsumfrage 2010

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Determinanten der Personalplanung in Deutschland
Michael Grömling / Stefanie Seele IW-Report Nr. 27 21. Mai 2024

Determinanten der Personalplanung in Deutschland

Der deutsche Arbeitsmarkt ist seit dem Jahr 2005 auf Wachstumskurs. Eine Ausnahme bildet die Corona-Delle zwischen 2020 und 2022. Schon im Jahr 2023 erreichte der deutsche Arbeitsmarkt die neue Rekordmarke von fast 46 Millionen Erwerbstätigen.

IW

Artikel lesen
Hubertus Bardt / Lennart Bolwin / Berthold Busch / Jürgen Matthes Pressemitteilung 19. Mai 2024

Europawahl: Dexit würde 690 Milliarden Euro kosten

Die Alternative für Deutschland (AfD) fordert den Austritt Deutschlands aus der EU. Dieser sogenannte Dexit würde einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge nicht nur Milliarden Euro Wertschöpfung kosten, sondern auch Millionen ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880