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(© Foto: funstock/iStock)
Pressemitteilung Nr. 34 6. Juli 2017 IW-Studie

Wie Deutschland der Demografie trotzen kann

Deutschland geht es derzeit wirtschaftlich gut. Doch der demografische Wandel stellt Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vor eine ganze Reihe struktureller Herausforderungen. Wie verhindert werden kann, dass das Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahrzehnten dennoch nicht einbricht, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer groß angelegten Studie.

Die Beschäftigung liegt auf Rekordniveau, die Arbeitslosigkeit auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung und die Sozialversicherungen verzeichnen Einnahmerekorde. Doch diese anscheinend makellose Bilanz ist nur eine Momentaufnahme, denn die Alterung der Gesellschaft schreitet trotz der hohen Zuwanderung in den nächsten Jahrzehnten weiter fort. Nach IW-Berechnungen wird der Anteil der über 67-Jährigen an der Gesamtbevölkerung von derzeit 17,7 auf 25,8 Prozent im Jahr 2035 steigen. Gleichzeitig schrumpft die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter um 2,7 Millionen oder 5 Prozent. Das hat auch Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum. Mithilfe des Growth-Accounting-Modells haben die IW-Forscher berechnet, dass das mögliche jährliche Wachstum von 1,7 auf 0,7 Prozent zurückgehen wird.

Durch eine gezielte Wirtschaftspolitik kann die Bundesrepublik aber gegensteuern: Dafür müsste ein größerer Anteil der Bevölkerung arbeiten, das gesetzliche Rentenzugangsalter sukzessive auf 68 Jahre steigen und die Wochenarbeitszeit leicht angehoben werden. Alleine dadurch könnte das Wirtschaftswachstum in den kommenden 18 Jahren jährlich um 0,2 Prozentpunkte steigen. Investieren Staat und Unternehmen zudem mehr in Infrastruktur, Bildung, Forschung und Entwicklung, zahlt sich das langfristig aus: Nach IW-Berechnungen würde das BIP im Jahr 2035 um 265 Milliarden Euro – umgerechnet 7 Prozent – höher ausfallen als in einem Szenario ohne diese Impulse. Das sind rund 3.200 Euro pro Kopf.

„Nichts zu machen, würde teuer werden“, warnt IW-Direktor Michael Hüther. „Eine kluge Wirtschaftspolitik hingegen kann den demografiebedingten Wachstumseinbruch ausgleichen.“

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Institut der deutschen Wirtschaft Köln: Perspektive 2035 – Wirtschaftspolitik für Wachstum und Wohlstand in der alternden Gesellschaft

IW-Studie

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