Die deutsche Konjunktur schwächelt seit Monaten. Die Eintrübung hat bisher allerdings kaum Auswirkungen auf die Kauflaune der Deutschen: Das zeigt der Verbrauchervertrauensindex, den das IW quartalsweise in Zusammenarbeit mit The Conference Board (TCB) und Nielsen veröffentlicht. Im dritten Quartal dieses Jahres erreicht der Index einen Wert von 104 Punkten und liegt damit leicht über dem Wert aus dem zweiten Quartal. 

Der Index berücksichtigt drei Indikatoren: Er misst Einschätzungen zur individuellen Finanzlage, zu den Beschäftigungsperspektiven und zu der Frage, ob gerade eine gute Zeit ist, um Waren und Dienstleistungen zu kaufen. Die einzelnen Indikatoren haben sich im vergangenen Quartal unterschiedlich entwickelt: So glauben wieder mehr Deutsche, dass es aktuell ein guter Moment ist, um Konsumgüter zu kaufen. Die eigene Finanzlage wird ebenfalls besser bewertet als noch im zweiten Quartal. Die Beschäftigungsperspektive ist dagegen etwas eingetrübt. Zwar sehen immer noch 62 Prozent der Befragten positiv in die Zukunft, damit sind die Bundesbürger insgesamt aber so pessimistisch wie seit drei Jahren nicht mehr. Tatsächlich zeigt sich der Arbeitsmarkt noch sehr robust, die Arbeitsagenturen verzeichnen rund 45 Millionen Erwerbstätige und die Arbeitslosigkeit liegt bei gerade einmal bei drei Prozent. Dennoch gibt es wieder vermehrt Meldungen über Kurzarbeit und Stellenabbau.

„Insgesamt spielen die Beschäftigungssorgen der deutschen Konsumenten bisher keine dominierende Rolle“, sagt Studienautor Hubertus Bardt. „Die Deutschen sind zuversichtlich, die Stimmung ist weiterhin auf einem hohen Niveau.“ Gleichzeitig machen sich die Deutschen viel mehr Sorgen um den globalen Klimawandel als noch vor einigen Jahren. „Rund 14 Prozent sehen im Klimawandel das größte Problem. Vor einem Jahr waren nur vier Prozent dieser Ansicht“, erläutert llaria Maselli, Senior Economist des Conference Board Europe.