1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Internationaler Klimaschutz in Gefahr
Zeige Bild in Lightbox Internationaler Klimaschutz in Gefahr
(© Foto: grandriver/iStock)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

UN-Klimakonferenz in Marrakesch IW-Nachricht 15. November 2016

Internationaler Klimaschutz in Gefahr

Mit der Wahl Donald Trumps geraten die internationalen Fortschritte beim globalen Klimaschutz in Gefahr: Der künftige US-Präsident hat bereits angekündigt, dass er die Beteiligung der USA am Pariser Klimaabkommen zurücknehmen will – damit wäre einer der weltweit größten CO2-Emittenten nicht mehr dabei. Für Unternehmen in Europa bedeutete das erhebliche Wettbewerbsnachteile.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Das im vergangenen Dezember verabschiedete Klimaabkommen von Paris ist mittlerweile in Kraft getreten und formal auch dann nicht in Gefahr, wenn die USA aussteigen. Inzwischen haben über 100 Staaten das Abkommen ratifiziert und sich dadurch verpflichtet, definierte Beiträge zum Klimaschutz zu leisten. Möglichst viele Unterzeichner für ein Abkommen zu gewinnen, ist beim Thema Klimaschutz der einzig zielführende Weg, denn CO2-Emissionen sind ein globales Problem: Es bringt nichts, wenn einige Staaten ihren Ausstoß zurückfahren, solange die Emissionen andernorts ungebremst steigen.

Deshalb war das Abkommen von Paris ein Erfolg, denn nahezu alle Nationen – darunter die großen Emittenten China, USA und Indien – haben sich verpflichtet. Gewiss: Es ist noch ein weiter Weg zu konkreten Maßnahmen, doch die Unterzeichner-Staaten haben einen wichtigen Anfang gemacht. In der Zukunft wird sich kein Unternehmen mehr dem Klimaschutz entziehen können, indem es einfach die Produktion in ein anderes Land verlagert.

Die USA hatten im Pariser Klimaabkommen zugesagt, ihren CO2-Ausstoß bis 2025 um mehr als ein Viertel gegenüber 2005 zu reduzieren. Bereits in den vergangenen Jahren sind die CO2-Emissionen in den USA zurückgegangen – auch, weil die USA seit dem Fracking-Boom zur Energieerzeugung stärker auf Gas als auf Öl und Kohle setzen. Doch hier könnte Kohle-Freund Trump nun umsteuern.

Sollte Trump zusätzlich das Pariser Klimaabkommen aufkündigen, hätten US-Unternehmen einen erheblichen Wettbewerbsvorteil: Sie müssten dann – anders als ihre europäischen Konkurrenten – nicht für ihre CO2-Emissionen bezahlen. Für die vergangene Woche gestartete Weltklimakonferenz in Marrakesch sind Trumps Gedankenspiele denkbar schlecht. Eigentlich sollte es um konkrete Maßnahmen gehen, wie die Staaten die in Paris vereinbarten Ziele erreichen können. Doch wenn einer der wichtigsten globalen Player ausschert, könnten auch die Umweltschutz-Ambitionen anderer großer Emittenten wie China oder Indien nachlassen. Dann wäre das Abkommen von Paris schon bald nicht mehr das Papier wert, auf dem es steht.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Mehrkosten in Milliardenhöhe für Industrie und private Haushalte
Thilo Schaefer / Andreas Fischer IW-Nachricht 15. August 2022

Gasumlage: Mehrkosten in Milliardenhöhe für Industrie und private Haushalte

Heute haben die Gas-Netzbetreiber bekannt gegeben, dass die Gasumlage ab Oktober 2,419 Ct/kWh betragen wird. Für Haushalte und Wirtschaft bedeutet das: Die Kosten für Energie klettern weiter in die Höhe. Insgesamt belaufen sich die Mehrkosten für die Industrie ...

IW

Artikel lesen
Thomas Obst Pressemitteilung 11. August 2022

Energiekrise: Mehr als 300.000 Arbeitslose durch hohe Gaspreise

Energie wird immer teurer – auch mittelfristig. Verdoppelt sich der Gaspreis im Herbst, steigt die Inflation im kommenden Jahr um bis zu vier Prozentpunkte, zeigen neue Simulationen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Bis Ende kommenden Jahres könnten ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880