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Sarah Fluchs / Adriana Neligan IW-Nachricht 17. November 2021

Kreislaufwirtschaft: Wie Müllhandel beim Umweltschutz hilft

Die europäische Kommission möchte illegale Müllexporte stärker eindämmen und überarbeitet dafür ihre Vorschriften. Der legale Abfallhandel ist wichtig für eine effiziente Kreislaufwirtschaft: Er schont Ressourcen und spart CO2.

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Abfallexporte haben meist einen schlechten Ruf, dennoch sind sie unverzichtbar: Eine ressourcenschonende und nachhaltige Kreislaufwirtschaft sorgt dafür, dass so viele Abfälle wie möglich recycelt werden und macht nicht an Landesgrenzen Halt. Dabei entstehen sogenannte Sekundärrohstoffe, mit denen Ressourcen geschont werden und CO2 eingespart wird. Damit das System funktioniert, braucht es hohe Umweltstandards und faire Rahmenbedingungen, Exporteinschränkungen wären dagegen nicht hilfreich.

Abfall ist beliebtes Handelsgut

In den vergangenen Jahren ist Abfall ein immer beliebteres Handelsgut geworden, das liegt vor allem daran, dass Recycling je nach Art der Abfälle in einigen Ländern effizienter möglich ist als in anderen. Deutschland importierte 2019 rund 5,6 Millionen Tonnen notifizierungspflichtigen Abfall, also Abfall, der besonders überwacht wird, damit er nicht unkontrolliert gehandelt wird. Gleichzeitig exportierte Deutschland 4,4 Millionen Tonnen. Der Handel unterliegt strengen Vorschriften und wird genau kontrolliert. Die Exportmenge hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht und macht inzwischen ein Prozent des gesamten deutschen Mülls aus. 90 Prozent davon gelangen ins europäische Ausland, vor allem in die direkten Nachbarländer wie die Niederlande, Frankreich und Österreich. Exportiert wird vor allem Müll aus Abfall- und Abwasserbehandlungsanlagen, beispielsweise Schlämme und Schlacken, sowie Bau- und Abbruchabfälle. 97 Prozent der exportieren Abfälle werden im Ausland verwertet, beispielsweise um Metalle oder Lösemittel zurückzugewinnen.  

Illegalen Müllhandel unterbinden

In der Europäischen Union regeln die Mitgliedstaaten Exporte, Importe und den Transit von Abfällen untereinander, mit Drittländern gibt es umfangreiche EU-Vorschriften. Der europäische Green Deal sieht vor, dass die EU künftig keine Abfälle mehr exportiert – entsprechend plant Brüssel schärfere Vorschriften.

2019 hat die deutsche Polizei 251-mal illegalen Müllhandel registriert, in den meisten Fällen wurden laut Umweltbundesamt Bußgelder von weniger als 200 Euro fällig. Dieser illegale Handel muss aufhören, dafür braucht es stärkere Kontrollen. Nach den Plänen der Kommission dürften solche Geschäfte zumindest außerhalb der EU künftig deutlich schwieriger werden, damit will die EU dafür sorgen, dass Sekundärrohstoffe vermehrt in der EU bleiben. 

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