1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Die Realität hält Einzug in Paris
Zeige Bild in Lightbox Die Realität hält Einzug in Paris
(© Foto: jovannig - Fotolia)
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Frankreichs Bonität IW-Nachricht 20. November 2012

Die Realität hält Einzug in Paris

Gestern hat die Ratingagentur Moody‘s Frankreich die Top-Bonität entzogen. Entgegen aller linken Wahlrhetorik wird Staatspräsident Francois Hollande nun das Ruder herumreißen müssen. Allerdings bleibt abzuwarten, ob seine Partei und die Franzosen dabei mitziehen.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Francois Holland ist angezählt, nachdem – nach Standard&Poors im Januar 2012 – nun auch Moody‘s das lahmende Frankreich nicht mehr mit AAA bewertet. Dass der Ausblick zudem negativ bleibt, weitere Herabstufungen der Bonität also nicht ausgeschlossen sind, verwundert nicht. Zwar hat die französische Wirtschaft ein breites Fundament und ist relativ gut durch die Finanzkrise gekommen. Doch lahmt sie seit 2010 und steht derzeit auf der Kippe zu einer Rezession.

Auch die Ziele für das öffentliche Budgetdefizit werden wohl verfehlt. Im Export und bei der Wettbewerbsfähigkeit zeigen sich deutliche Schwächen. Zu lange hat sich Paris im Licht des – vor allem konsumgetriebenen – Wachstums gesonnt. Und zu lange hat die Politik den französischen Unternehmen mit rigiden Arbeitsmarktregeln, der 35-Stunden-Woche sowie hohen Steuern und Sozialabgaben das Leben schwer gemacht.

Frankreich muss deshalb aufpassen, nicht bald zur Riege der Krisenstaaten gezählt zu werden. Das scheint die französische Regierung bereits erkannt zu haben, wenn man ihrer Rhetorik glaubt. Sie zeigt aber bislang zu wenig Entschlossenheit: Von einer „Agenda 2020“ und einem konsequenten Schwenk von der Nachfrage- zur Angebotspolitik, die die Rahmenbedingungen für Investitionen, Beschäftigung und Wachstum verbessert, ist in Paris noch nichts zu erkennen.

Zu sehr fürchtet Hollande offenbar den Widerstand der Straße und des linken Parteiflügels der Sozialisten. Dabei wäre jetzt noch Zeit, Reformen umzusetzen. Denn die Zinsen auf zehnjährige Staatsanleihen sind in Frankreich – trotz der Bonitäts-Herabstufung – derzeit mit etwas über 2 Prozent viel niedriger als vor einem Jahr, als noch bis zu 3,7 Prozent fällig waren.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Wirtschaftliche Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs
Michelle Koenen / Gero Kunath / Thomas Obst IW-Report Nr. 40 11. August 2022

Europa an der Schwelle zur Rezession?

Die Europäische Union (EU) sieht sich innerhalb kürzester Zeit mit zwei großen und historisch einmaligen Krisen konfrontiert. Die Corona-Krise führte zu asymmetrischen wirtschaftlichen Auswirkungen in der EU. Maßgeblich für die konjunkturelle Entwicklung ...

IW

Artikel lesen
Michael Hüther in Die Politische Meinung Gastbeitrag 28. Juli 2022

Teuerung auf breiter Front: Das Risiko der Stagflation in der Eurozone

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine hat in Deutschland und in der Eurozone die Konsumentenpreisinflation historische Höhen erklommen. Diese Entwicklung gründete auf einen bereits seit dem Jahresanfang 2021 zu beobachtenden Prozess der ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880