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IW-Nachricht 27. März 2020 Jochen Pimpertz

Rentenkommission: Keine Orientierung - weder für die Rentenpolitik noch für die Bürger

Der Bericht der Rentenkommission bietet kaum Orientierung für die künftige Rentenpolitik. Sicher ist nur, dass das Sicherungsniveau sinken wird und kaum Spielraum zur Privatvorsorge für junge Menschen bleibt. Statt eine längere Lebensarbeitszeit zu empfehlen, wird diese Diskussion einfach in die Zukunft verschoben.

Wenn ab Mitte dieses Jahrzehnts die geburtenstarken Jahrgänge nach und nach in Rente gehen, steigt die Rentenlast. Die Kommission „Verlässlicher Generationenvertrag“ sollte im Auftrag der Bundesregierung Vorschläge entwickeln, wie die Stellschrauben in der Gesetzlichen Rentenversicherung justiert werden können, um sie in ein langfristiges Gleichgewicht zu bringen. An diesem Freitag sollen die Vorschläge Arbeitsminister Hubertus Heil vorgelegt werden. 

Jungen Menschen wird der Spielraum genommen

Der Beitragssatz wird wohl bis Mitte der 30er Jahre von derzeit 18,6 Prozent auf über 22 Prozent steigen, unter Umständen sogar auf über 25 Prozent bis 2045 – bei einem Sicherungsniveau von 42 bis 45 Prozent. Die Rentenkommission empfiehlt, dieses Sicherungsniveau alle sieben Jahre neu zu justieren und liefert mit dieser Empfehlung kaum Orientierung. Im Gegenteil: Vor allem die junge Generation, die Planungssicherheit für ihre Altersvorsorge braucht, zieht den Kürzeren. Den privaten Vorsorgebedarf kann sie so nur schwer abschätzen. Mehr noch wird ihr der Spielraum dafür genommen, wenn der Beitragssatz für die gesetzliche Rente um vier Prozentpunkte ansteigt. Generationengerecht ist das nicht. 

Was stattdessen helfen kann

Dabei liegt die Lösung auf der Hand. Wenn die Beitragszahler länger arbeiten, müssen die Beitragssätze weniger stark steigen. Das stützt auch das Sicherungsniveau. Zu einer klaren Empfehlung konnte sich die Reformkommission aber nicht durchringen. Stattdessen empfiehlt sie die Einrichtung eines „Alterssicherungsbeirats“, der zu einem späteren Zeitpunkt beraten soll. Die Lösung des Problems wird also in die Zukunft verschoben, obwohl jetzt die Weichen gestellt werden müssen. Denn junge Menschen brauchen frühzeitig Orientierung, um ihr Leben und ihre Vorsorge sicher planen zu können. 

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