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Hagen Lesch IW-Nachricht 7. September 2015

Pilotenstreik: Vergiftetes Klima

Die Piloten der Lufthansa wollen abermals streiken. Damit steht die 13. Streikwelle seit Beginn des Tarifstreits an – bislang ist nur ein einziger Tarifkonflikt seit der Jahrtausendwende stärker eskaliert.

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Die Bewertung des laufenden Pilotenkonfliktes anhand des IW-Konfliktbarometers zeigt: Das Verhandlungsklima zwischen Lufthansa und der Gewerkschaft Cockpit ist besonders schlecht. Die seit April 2012 laufende Auseinandersetzung kommt inzwischen auf 108 Konfliktpunkte. Dieser Wert ist doppelt so hoch wie der erste große Konflikt zwischen Piloten und Unternehmen aus dem Jahr 2001, der auf 58 Punkte kam. Damals ging es für Cockpit darum, erstmals einen eigenen Tarifvertrag durchzusetzen. Eine Auswertung von 157 Tarifkonflikten in zwölf Branchen seit dem Jahr 2000 zeigt, dass es bislang nur eine Auseinandersetzung gegeben hat, die noch stärker eskaliert ist: Die GDL kam in ihrem 22-monatigen Zwist mit den Privatbahnen in den Jahren 2010 bis 2012 auf 124 Punkte.

Das vom IW Köln entwickelte Barometer misst die Konfliktintensität von Tarifverhandlungen nicht nur daran, ob es zum Streik kommt. Das Konzept berücksichtigt beispielweise auch, ob die Verhandelnden mit Streiks drohen oder Tarifverhandlungen abbrechen. Damit bildet es nicht nur das Verhandlungsklima besser ab, sondern berücksichtigt auch, dass sich Konflikte lange hinziehen und Unternehmen dabei immer wieder mit Störungen des Produktionsablaufs rechnen müssen.

Die größten Tarifkonflikte seit 2000

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Stand: 7.9.2015; Untersuchungsbasis: 157 Tarifkonflikte aus zwölf Branchen seit 2000.

Die Konfliktintensität misst anhand einer Eskalationspyramide, wie konfliktintensiv eine Tarifauseinandersetzung verläuft. Dabei werden bei Erreichen bestimmter Eskalationsstufen Maluspunkte vergeben: Streikdrohung/Aussperrungsdrohung=1 Punkt; Abbruch der Verhandlungen=2 Punkte; Streikaufruf=3 Punkte; Warnstreik=4 Punkte; Scheitern und Schlichtung sowie juristische Auseinandersetzungen=5 Punkte; Scheitern und Urabstimmung oder Scheitern und Streikankündigung=6 Punkte; Streik und Aussperrung=7 Punkte. Treten die einzelnen Merkmale im Verlauf einer Tarifauseinandersetzung mehrfach auf, werden diese kumuliert.

*Alternative Berechnung: Wegen finalen Produktionsausfalls werden hier Streikaufruf und Warnstreik mit 7 Punkten bewertet.

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