1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Fehlerhafte Analyse
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

DIW-Wochenbericht zum Fachkräftemangel IW-Nachricht 17. November 2010

Fehlerhafte Analyse

Im aktuellen Wochenbericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wird dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) vorgeworfen, das Thema Fachkräftemangel methodisch nicht sauber zu behandeln: So könne man aus der Gegenüberstellung von offenen Stellen und Arbeitslosen nicht auf Fachkräfteknappheiten schließen. Diese Kritik läuft ins Leere, denn exakt diese Methode ist sowohl in der Wissenschaft als auch bei der Bundesagentur für Arbeit ein gängiges Verfahren der Engpassanalyse.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Tatsächlich sind nicht dem IW Fehler bei der Berechnung der Fachkräftelücke unterlaufen, sondern dem DIW-Autor. Seine Methode basiert auf Aussagen, die das Angebot an Nachwuchs überschätzen und einen großen Teil des Bedarfs unterschlagen. So wird behauptet, dass allein im vergangenen Wintersemester mehr als 21.000 Maschinenbauingenieure an den heimischen Hochschulen ihren Abschluss gemacht hätten. Das ist falsch – bei den 21.000 Ingenieuren handelt es sich um die Gesamtzahl der Absolventen sowohl des Winter- als auch Sommersemesters. Auch beim Gesamtbedarf an Fachkräften unterschlägt das DIW eine Reihe von Berufszweigen: So erfasst der Autor nicht einmal die Hälfte aller heute erwerbstätigen Ingenieure; solche, die als Hochschulprofessoren, Geschäftsführer und leitende Angestellte in innovativen Unternehmen oder als Berater gebraucht werden, bleiben unberücksichtigt. Nach der Bedarfsschätzung des DIW-Wochenberichts würden bei der Besetzung von Maschinenbauprofessuren damit künftig keine Ingenieure mehr benötigt.

Anmerkungen des IW zum DIW-Wochenbericht

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
MINT sichert Zukunft
Christian Anger / Juli Betz/ Enno Kohlisch/ Axel Plünnecke Gutachten 23. November 2022

MINT-Herbstreport 2022: MINT sichert Zukunft

Nach einem coronabedingtem Rückgang im Jahr 2020 ist die MINT-Lücke in den letzten zwei Jahren wieder deutlich angestiegen und zeigt hohe Engpässe auf. Im Oktober 2022 lagen in den MINT-Berufen insgesamt rund 502.200 zu besetzende Stellen vor.

IW

Artikel lesen
Wido Geis-Thöne IW-Trends 17. November 2022

Fachkräftesicherung durch Zuwanderung über die Hochschule: Aktueller Stand und Handlungsansätze für die Politik

Um die vor dem Hintergrund des demografischen Wandels zu erwartenden Fachkräfteengpässe abzumildern, sollten in den nächsten Jahren verstärkt junge Menschen aus dem Ausland mit der Perspektive eines langfristigen Verbleibs an deutschen Hochschulen ausgebildet ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880