1. Home
  2. Presse
  3. IW-Nachrichten
  4. Es ist nicht alles schlecht
Kinderarmut IW-Nachricht 29. Mai 2012

Es ist nicht alles schlecht

Unicef hat einen internationalen Vergleich der Kinderarmut veröffentlicht und zeigt sich enttäuscht über das nur mittelmäßige Abschneiden Deutschlands. Dabei kann Deutschland durchaus auch nennenswerte Fortschritte verbuchen. Immer weniger Kinder leben in Haushalten, die als einkommensarm gelten. Und Familien mit Kindern geht es in Deutschland zum Beispiel finanziell besser als Kinderlosen.

Das Kinderhi​lfswerk der Vereinten Nationen Unicef hat einen Index der Entbehrungen veröffentlicht. Danach schneidet Deutschland nur mittelmäßig ab. Wenn Kinder nur zwei der 14 untersuchten Kriterien entbehren müssen, dann gelten sie als arm. Wenn also Sprösslinge im Alter von ein bis 16 Jahren häufig auf eine täglich warme Mahlzeit oder einen Internetanschluss verzichten müssen, dann besteht nach Unicef ein Problem.

Für den Staat kann das aber nicht bedeuten, noch mehr Geld in die Familien zu stecken. Denn mehr Geld löst das Problem nicht unbedingt. Ein ruhiger Platz für Hausaufgaben (ein weiteres Kriterium) dürfte in jedem Haushalt zu finden sein. Aber die Eltern müssen sich darum kümmern. Frisches Obst (ein weiteres Kriterium) zu besorgen, dürfte ebenfalls kein großer finanzieller Aufwand sein, denn Fast Food kostet ein Vielfaches.

Indirekt kann der Staat gleichwohl ​die Situation von Kindern verbessern, indem er selbst einen Teil der Betreuung übernimmt, etwa in Kitas und Ganztagsschulen (wo es das geforderte warme Essen gibt). Auch die direkte Förderung von Kindern über Bildungsgutscheine etwa für die Mitgliedschaft im Sportverein erscheint vom Ansatz her sinnvoll.

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Nur ein zielgenaues Konzept hilft langfristig
Wido Geis-Thöne / Holger Schäfer IW-Nachricht 23. August 2023

Kinderarmut: Nur ein zielgenaues Konzept hilft langfristig

Was hilft gegen Kinderarmut? Die Bundesregierung will Leistungen bündeln und betroffenen Eltern mit der Kindergrundsicherung künftig mehr zahlen. Tatsächlich braucht es aber ein zielgenaues Konzept: Nur so haben alle Kinder künftig auch die gleichen Chancen.

IW

Artikel lesen
Judith Niehues / Maximilian Stockhausen / Mariano Calderón Gutachten 16. August 2023

Faktencheck Verteilung: Bayern und Gesamtdeutschland im Vergleich

In keinem der Länder der Bundesrepublik Deutschland ist die Arbeitslosigkeit geringer als in Bayern, und auch die Sorgen um die soziale Ungleichheit in Deutschland fallen unter den bayerischen Bundesbürgern niedriger aus als in anderen Regionen.

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880