Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat die Verteilung des Privatvermögens untersucht. Demnach ist die Kluft zwischen Arm und Reich in keinem Euro-Land so groß wie in Deutschland. Gern übersehen wird aber, dass die Ungleichheit in den vergangenen zehn Jahren nicht weiter zugenommen hat.
Keine Zunahme der Ungleichheit
Sicher ist die Beobachtung richtig, dass die Vermögen in Deutschland weit ungleicher verteilt sind als die Einkommen. Dies ist aber nicht zwangsläufig „unfair“. Denn selbst bei einem ordentlichen Einkommen ist es eine Frage der persönlichen Präferenzen, ob man sein Geld ausgibt oder lieber fürs Alter spart und dadurch ein stattliches Vermögen aufbaut. Angesichts der Alterung der Bevölkerung ist es insofern schon überraschend, dass sich die Vermögensungleichheiten nicht weiter erhöht haben.
Auch die großen Vermögensunterschiede zwischen neuen und alten Bundesländern relativieren sich, wenn man auf das Alter schaut. Denn die Ost-West-Lücke zeigt sich erst ab einem Alter von etwa Mitte 30. Bei den Senioren ist sie dagegen besonders groß. Die heute betagten Ostdeutschen hatten in ihrer DDR-Vergangenheit aber gar keine Möglichkeit, viel beiseite zu legen.
Die im europäischen Maßstab hierzulande hohe Vermögensungleichheit erklärt sich schließlich nicht zuletzt durch die in Deutschland niedrige Wohneigentumsquote, wodurch viele überhaupt kein bedeutendes Vermögen haben – durch den guten Mietwohnungsmarkt wohnt es sich in Deutschland aber auch ohne eigenes Häuschen nicht schlecht.
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