Was wäre Frankreich ohne Paris? Was wäre Dänemark ohne Kopenhagen? Ohne Frage wären unsere Nachbarn in einer solch fiktiven Welt um zahllose kulturelle, kulinarische und künstlerische Angebote ärmer. Doch auch die Wirtschaft der meisten europäischen Länder wäre deutlich geschwächt, gäbe es die Hauptstädte nicht. Das zeigt eine Rechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) auf Basis der jüngsten Statistiken von Eurostat für das Jahr 2017.

Griechenland profitiert stark von Athen

Unter den untersuchten Staaten hängt Griechenland am meisten von seiner Hauptstadt ab – die Wirtschaft des Mittelmeer-Landes würde ohne Athen um knapp 19 Prozent schrumpfen, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf. Die griechische Wirtschaft ist neben dem Tourismus in erster Linie durch Dienstleistungen geprägt – und diese Dienstleister sitzen oft in Athen. Zudem ist die Stadt mit dem naheliegenden Hafen in Piräus ein wichtiger Ausgangspunkt für internationalen Handel. Frankreich wäre ohne Paris knapp 16 Prozent ärmer, Dänemarks BIP pro Kopf wäre ohne Kopenhagen 14 Prozent niedriger.