Ohne die 17 Metalle der sogenannten Seltenen Erden kommen die meisten Hochtechnologieprodukte wie Smartphones, Laptops und Elektromotoren nicht aus: Neodym, Lanthan und Co. verbauen Autohersteller ebenso wie Unternehmen, die Bildschirme herstellen. Die Nachfrage nach diesen Produkten steigt: Gerade leistungsfähige Permanentmagnete, wie sie in Windkraftanlagen und Elektroautos zum Einsatz kommen, werden in Zukunft stärker gefragt sein.

Seltene Erden als politisches Druckmittel

Aktuell dominiert China den Markt, das war schon immer ein wesentliches Rohstoffrisiko. Ein Exportstopp wäre ein empfindlicher Schlag für alle Unternehmen, die auf diese Rohstoffe angewiesen sind. Schon in der Vergangenheit hat China die Seltenen Erden als politisches Druckmittel eingesetzt und Japan im Streit um die Hoheit über kleinere Inseln mit einem zwischenzeitlichen Lieferboykott belegt.

Abbau oft nicht wirtschaftlich

Zwar ist der Marktanteil Chinas in den letzten Jahren von rund 97 Prozent auf unter 90 Prozent gesunken, gerade bei den Leichten Seltenen Erden haben neue Minen in anderen Ländern für mehr Wettbewerb gesorgt. Dennoch bleibt China als Rohstofflieferant dominant, ein Ausfall wäre kurz- und mittelfristig nicht zu ersetzten. Das Problem: Seltene Erden kommen zwar auch außerhalb Chinas vor, beispielsweise in Russland oder in Indien, allerdings ist der Abbau aufwendig und bisher oft nicht wirtschaftlich. China wiederum tendiert dazu, die eigenen Rohstoffe künftig noch stärker im eigenen Land zu verarbeiten, das geht zulasten der Wettbewerber in klassischen Industrieländern.

Keine sichere Versorgung

Die Zuspitzung im Handelsstreit und die Auswirkungen auf die Rohstoffsicherheit zeigen, dass sich auch die deutsche Industrie nicht auf eine sichere Versorgung verlassen kann. Zwar haben sich die Rohstoffpreise in den letzten Jahren moderat entwickelt – dennoch sind die Gefahren der hochkonzentrierten und von politischen Überlegungen und Handelsbeschränkungen geprägten Rohstoffmärkte weiterhin hoch.