Wer heute und in Zukunft wirtschaftlich erfolgreich sein will, braucht Bandbreite. Dennoch surfen die Unternehmen in Deutschland größtenteils immer noch relativ langsam: Lediglich 42 Prozent aller Unternehmen mit mindestens 10 Beschäftigten verfügten laut dem Statistischen Bundesamt im Jahr 2017 über einen schnellen Internetanschluss, also über eine vertraglich vereinbarte Datenübertragungsrate von mindestens 30 Megabit pro Sekunde. Im Nachbarland Dänemark liegt der Anteil bei 73 Prozent.

Im EU-Vergleich liegt Deutschland weiterhin nur knapp über dem Durchschnitt der 28 Mitgliedstaaten. Zwar ist der Anteil der deutschen Unternehmen mit schnellem Internet 2017 um 4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr gestiegen, der EU-Durchschnitt stieg jedoch um 6 Prozentpunkte. Dabei hatten Union und SPD für die abgelaufene Legislaturperiode das Ziel vereinbart, Deutschland zum digitalen Wachstumsland Nummer 1 in Europa zu machen. Hinzu kommt, dass die vertraglich vereinbarten Übertragungsraten laut Bundesnetzagentur oft gar nicht erreicht werden und künftig auch 30 Mbit pro Sekunde für viele Unternehmen zu wenig sein werden.

Auch wenn immer mehr Regionen Zugang zu Breitband-Internet haben, bleibt das Ausbautempo zu gering. Das betrifft vor allem Unternehmen auf dem Land. Ein Grund dafür ist allerdings auch, dass viele Firmen kein schnelles Internet nachfragen. Ein klassisches Henne-Ei-Problem: Weil schnelles Internet Mangelware ist, bestimmt es oftmals auch nicht die Produkte und Geschäftsmodelle der Unternehmen – und wird deshalb nicht gefordert.

Für Innovation ist das langsame Internet ein Flaschenhals. Um das zu ändern, müssen zum einen die Unternehmen ihre Macht als Nachfrager einsetzen und schnelles Internet aktiv einfordern. Und zum anderen müssen Politik und Unternehmen den Breitbandausbau endlich in angemessenem Tempo in Angriff nehmen.