1. Home
  2. Presse
  3. „Die deutsche Wirtschaft wird international hoch vernetzt bleiben”
Zeige Bild in Lightbox
IW-Direktor Michael Hüther
Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Michael Hüther in der Osnabrücker Zeitung Interview 11. Juni 2022

„Die deutsche Wirtschaft wird international hoch vernetzt bleiben”

Krieg, Diskriminierung, Inflation: Welche Schlüsse sollten Wirtschaftspolitik und Unternehmen aus den derzeitigen Großkrisen ziehen? Antworten gibt IW-Direktor Michael Hüther im Interview mit der Osnabrücker Zeitung.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Herr Hüther, Deutschland hat lange vom globalen Handel profitiert. Nun legen ein Krieg in Europa mit seinen Folgen für die Energiemärkte sowie fragile Lieferketten Verwundbarkeiten offen. Muss Deutschland sein Geschäftsmodell überdenken?

Unser Geschäftsmodell beruht auf verantwortlichem unternehmerischen Handeln und der Haftung für die damit verbundenen Risiken. Dieses Handeln hatte auch bisher schon eine Wertekomponente in sich, das spüren Unternehmen nicht erst jetzt. Die derzeit geführten Debatten werden nicht das Ende, vielleicht aber eine partielle Neusortierung einer möglicherweise etwas erschöpften Globalisierung einleiten. Dabei werden neue Perspektiven und neue Partner eine Rolle spielen. Letztlich wird die deutsche Wirtschaft eine international hoch vernetzte Wirtschaft bleiben.

Zur Neusortierung gehört, dass Deutschland und Europa sich unabhängig machen vom russischen Energiemarkt. Wird uns dieser Weg über Jahre hinweg Wohlstand kosten?

Das wird der Fall sein. Ökologisch betrachtet und unter Kostengesichtspunkten war es in der Vergangenheit ja richtig, Gas aus Russland zu beziehen. Durch den jetzt politisch forcierten Kurswechsel infolge der russischen Aggression wird die Beschaffung von Ressourcen aus der Welt auf lange Sicht verteuert. Dies wird in einer Übergangsphase, bis die erneuerbaren Energien einen deutlich höheren Anteil am Angebotsmix erreicht haben, unseren Wohlstand tangieren.

Nach der Einführung des sogenannten Tankrabattes wird diskutiert, ob die Steuernachlässe bei Endkunden ankommen. Welche Möglichkeiten sähen Sie beim Kartellamt?

Ich halte die temporäre Senkung der Benzin- und Dieselsteuer für verteilungspolitisch ineffektiv, in erster Linie ging es hier um ein politisches Signal zur Beruhigung der Gemüter. Jetzt, nach der Umsetzung, hat die Wettbewerbspolitik aus meiner Sicht wenige Mittel der Sanktionierung in der Hand, da sich die Frage, ob Preisentwicklungen etwa auf abgestimmtem Anbieterverhalten oder auf Marktdruck beruhen, in einem derart engen Oligopol-Markt nicht leicht beantworten lässt. Letztlich sind die Anbieter auch nicht verpflichtet, den gewährten Steuerrabatt weiterzureichen, sie können ihn zur eigenen Ertragsstärkung nutzen.

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Melinda Fremerey / Andreas Lichter / Max Löffler in CESifo Working Papers Externe Veröffentlichung 20. Juni 2022

Fiscal and Economic Effects of Local Austerity

We study the consequences of a large-scale austerity program targeting financially-constrained municipalities in Germany. For identification, we exploit the quasi-random assignment of treatment among equally-distressed municipalities using a ...

IW

Artikel lesen
Martin Beznoska IW-Nachricht 13. Juni 2022

Einkommensteuer: Entlastung für alle wäre bezahlbar

Um kleine und mittlere Einkommen von der kalten Progression zu entlasten, möchte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck tiefer in die Taschen der Einkommensstarken greifen – der Spitzensteuersatz würde dadurch von derzeit 42 Prozent auf 57,4 Prozent steigen. ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880