Die Länder auf der Neuen Seidenstraße, dem chinesischen Mega-Infrastrukturprojekt, haben sich in den vergangenen Jahren gegenüber China hoch verschuldet. Spätestens seit der Corona-Krise wird klar: Die chinesischen Kredite bergen ein hohes Ausfallrisiko. Die Karte zeigt, welches Seidenstraßen-Land China wie viel schuldet und wessen Kreditwürdigkeit im Jahr 2020 von einer der drei großen Ratingagenturen gesenkt wurde.
Schulden gegenüber China: Hohe Ausfallrisiken auf der Seidenstraße
Nachweislich haben chinesische Gläubiger bis ins Jahr 2017 ausstehende Forderungen an Länder der BRI (Belt Road Initiative, Neue Seidenstraße) in Höhe von 215 Milliarden US-Dollar angehäuft – umgerechnet rund 1,5 Prozent des rasant angewachsenen chinesischen BIP. Im Jahr 2000 lag dieser Wert noch bei vernachlässigbaren 0,64 Milliarden US-Dollar; 2013 waren es bereits ca. 131 Milliarden US-Dollar (ca. 1,4 Prozent des BIP). Die wirtschaftlichen Verwerfungen der letzten Monate machen die risikoreichen Investitionen noch unsicherer. In insgesamt 29 BRI-Ländern ist das Emittentenrating von einer der drei großen Ratingagenturen (Moody’s, Fitch, S&P) im Jahr 2020 entweder im eigentlichen Rating oder im Ausblick herabgestuft worden. Die Verschlechterung der Kreditfähigkeit entlang der Seidenstraße betrifft zusammengenommen mindestens 119 Milliarden USDollar – aufgrund von Datenlücken ist die tatsächliche Summe wesentlich höher einzuschätzen. Zudem dürften weitere Abwertungen folgen.
Matthias Diermeier / Florian Güldner / Thomas Obst: Der chinesische Albtraum: Verschuldungsrisiken auf der Seidenstraße
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