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Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Gastbeitrag 10. März 2023

IMP-Index: Kaum Entlastung bei den Metallkosten für Verarbeiter

Im Februar haben die Metallpreise nur geringfügig nachgegeben. Dadurch wurden die metallverarbeitenden Unternehmen in Deutschland auf der Kostenseite kaum entlastet. Auch die leichte Abwertung des Euro war für die Industrie ungünstig.

Gemessen am Industriemetallpreis-Index (IMP-Index) des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln ist das Preisniveau der wichtigsten Importmetalle im vergangenen Monat um 1,0 % zurückgegangen. Mit einem Minus von 5,5 Punkten liegt der Index bei 527,1 Zählern und damit weiter deutlich über der 500-Punkte-Marke. Gemessen an den Rekordwerten vom Frühjahr 2022, als die 600-Punkte-Grenze überschritten wurde, ist das zwar deutlich weniger. Wie hoch das Preisniveau im langfristigen Vergleich aber ist, wird deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass der aktuelle Indexstand erstmals zu Beginn der Coronakrise im Mai 2021 erreicht wurde.

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Euro-Schwäche negativ

Der IMP-Index stellt das Preisniveau auf Euro-Basis dar, um damit die Perspektive der Unternehmen abzubilden, die in Euro kalkulieren. Da die meisten Metallpreise in Dollar notiert werden, kann der Wechselkurs ein wichtiger Einflussfaktor für die Kosten in Deutschland sein. Im Februar wäre der Index ohne die leichte Schwäche des Euro mit 1,5 % etwas stärker zurückgegangen. Ein Drittel der Entlastung ist damit durch die Veränderungen des Wechselkurses verloren gegangen.

Für die Metallverarbeiter sind im Februar fast alle Metalle in Euro gerechnet günstiger geworden. Besonders deutlich war dies bei Silber, dessen Preis um 6,9 % nachgab. Das andere im IMP-Index berücksichtigte Edelmetall, Gold, gab nur um 2,3 % nach. Zink und Nickel verbilligten sich im Vergleich zum Vormonat jeweils um fast 5 %. Blei und Zinn wurden gut 4 % preiswerter.

Auch Aluminium wurde mehr als 3 % billiger, während das andere Indexschwergewicht, Kupfer, mit gut 1 % nur unterdurchschnittlich verlor.

Gegen den Trend teurer wurde hingegen Eisenerz, das auf Euro-Basis um 4,4 % zulegte und damit ein weiteres Mal die Charakteristik der seit Jahren beobachtbaren überdurchschnittlich starken Schwan­kungen bestätigte.

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