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Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Gastbeitrag 10. Juni 2022

IMP-Index: Metalle werden billiger, schwacher Euro belastet Verarbeiter

Durch die Abwertung des Euro konnten die Kostensenkungen auf den internationalen Metallmärkten nicht auf heimische Verarbeiter durchwirken, schreibt IW-Geschäftsführer Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung.

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Nach den drastischen Aufwärtsbewegungen der internationalen Metallpreise ist im Mai eine spürbare Korrektur erfolgt. Zwar sanken die Weltmarktpreise, der schwache Euro sorgte aber für Belastungen für die europäischen metallverarbeitenden Unternehmen.In Summe ist das Preisniveau, mit dem in Euro kalkulierende Unternehmen beim Metalleinkauf konfrontiert sind, im Mai deutlich zurückgegangen. Der Industriemetallpreisindex (IMP-Index) des Instituts der deutschen Wirtschaft, der monatlich erstellt wird und die Entwicklung der wichtigsten Importmetalle abbildet, sank zuletzt um 7,5 % auf 561,1 Punkte.  

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Zuvor lag er zwei Monate über der 600 Punkte Marke. Die Entwicklung bedeutet jedoch nicht, dass Metalle als günstig angesehen werden können. Das derzeitige Preisniveau wäre noch im Februar ein historischer Rekordwert gewesen. Der Anstieg seit Jahresbeginn konnte nicht einmal zur Hälfte wieder ausgeglichen werden. 

An den Handelsplätzen für Metalle, die typischerweise in Dollar abrechnen, sah die Entwicklung hingegen besser aus. Die meisten in Dollar ausgewiesenen Notierungen gingen im Mai um über 10 % nach unten. Lediglich Kupfer und Gold verbilligten sich mit 7,7 % und 4,6 % in geringerem Ausmaß. Deutlich stärker nach unten ging es bei den Indexschwergewichten Aluminium und Eisenerz mit rund 13 %. Zinn verlor 17 % seines Wertes, bei Nickel waren es 15 und bei Zink 14 %. Blei und Silber gaben 10 und 11 % nach. Im Vergleich zum Jahresanfang liegen die Dollar-Werte fast aller Metalle niedriger, Gold und Zink leicht über dem Vergleichswert. Nur Nickel ist nach den Turbulenzen durch den russischen Überfall auf die Ukraine immer noch 25 % teurer als im Januar.

Kritisch für die metallverarbeitende Industrie ist allerdings die Wechselkursentwicklung. Durch die Abwertung des Euro konnten die Kostensenkungen auf den internationalen Metallmärkten nicht auf heimische Verarbeiter durchwirken. Mit einem konstanten Euro-Dollar-Austauschverhältnis im Mai wäre der IMP-Index statt um 7,5 um 9,8 % gefallen. Ein Viertel der Preisberuhigung ging also durch die Euro-Abwertung verloren. Noch deutlicher ist der längerfristige Effekt. Ohne die Abwertung seit Januar läge das Preisniveau heute unter der 500 Punkte-Marke und damit 13 % unter dem tatsächlichen Wert. 

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