In der dunklen Jahreszeit überfällt den ein oder anderen der sogenannte Herbstblues. Man ist dann müde und antriebslos. Offensichtlich gilt das auch für die deutsche Konjunktur. Im dritten Quartal schrumpfte die gesamtwirtschaftliche Leistung. Die IW-Konjunkturampel signalisiert auch für das aktuelle Quartal nur wenig Besserung.

Zum einen sind die Kurven für die harten Indikatoren fast dauerhaft im Seitwärtsgang. Das gilt insbesondere für die Auftragseingänge der Industrie. Bei den Inlandsaufträgen zeigt sich keine Besserung und die Order aus dem Euroraum sind seit Jahresanfang 2018 auf dem Rückzug. Die Bestellungen von außerhalb des Euroraums gehen einmal hinauf und das andere Mal herunter. Die Gesamttendenz zeigt aber auch hier nach unten.

Zum anderen weisen die Umfragen auf eine schlapper werdende Konjunktur in Deutschland hin. Allen voran der Einkaufsmanagerindex. Noch liegt der aktuelle Wert über der Expansionsschwelle von 50, die einen weiteren Auftrieb der Industrie signalisiert. Von Monat zu Monat tastet sich die Erwartungshaltung der Einkaufsprofis in den Unternehmen jedoch an die Stagnationsgrenze heran und der Indexwert lag zuletzt nur noch knapp darüber.

„Eingelullt von der guten Arbeitsmarkt- und Einkommenslage beschäftigt sich die Bundespolitik mit sich selbst.“

Dieser industrielle Herbstblues lässt sich zumindest an zwei Erklärungen festmachen: Das internationale Umfeld lässt keine Aufhellung erkennen. Der Protektionismus der USA und die Gegenmaßnahmen anderer Länder lassen die deutschen Exportbranchen – vor allem die zentrale Automobilindustrie – mit Vorsicht planen und agieren. Zudem trägt der Protektionismus dazu bei, dass die politischen Verwerfungen in einer Reihe von Schwellenländern – der aktuelle Wahlausgang in Brasilien markiert hier ein weiteres geopolitisches Risiko – eher angeheizt werden. Für die globale Investitionstätigkeit ist dies nicht förderlich – und das bekommt Deutschland als ein wichtiger weltweiter Ausrüster zu spüren.