Die deutsche Wirtschaft sich im dritten Quartal überraschend gut erholt. Nach ersten Angaben legte das Bruttoinlandsprodukt um mehr als 8 % gegenüber dem vorhergehenden Quartal zu. Damit lag die Wirtschaftsleistung nur noch um 4,2 % unter dem Niveau des im Verlauf nahezu stabilen Gesamtjahres 2019. Im zweiten Quartal belief sich die von der Corona-Pandemie und den politischen Maßnahmen ausgelöste Produktionslücke noch auf 11,5 %.

Ein weiter Weg aus dem Krisental wurde auf Basis dieser Daten also überraschend schnell zurückgelegt – ist ein „business as usual“ in Sichtweite? Die IW-Konjunkturampel hatte in den letzten drei Monaten diese Verbesserungen trefflich widergespiegelt. Seit Juli nahmen die rot eingefärbten Felder – das waren damals neun von zehn Indikatoren – kontinuierlich ab und spiegelbildlich die grünen Felder zu. Jetzt im November weisen vor allem die industrieorientierten Indikatoren auf deutliche Verbesserungen in den zurückliegenden Monaten hin. Die Industrieproduktion legte weiter zu, wenngleich mit deutlich abgebremstem Tempo und nicht in allen Sparten gleichermaßen. Auch die Auftragslage verbesserte sich. Bei den Einkaufsmanagern herrschte zuletzt sogar Euphorie. Nicht ausgeschlossen ist allerdings, dass Vorleistungen auf Vorrat geordert werden, um Unterbrechungen der Zulieferketten zuvorzukommen. Das entspräche einem „Klopapiereffekt“ in der Industrie und könnte die Erholungsdynamik überzeichnen.