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IW-Report Nr. 23 24. Mai 2025 Wido Geis-Thöne Regionale Disparitäten bei den Entwicklungen der Platzbedarfe in Kitas und Schulen

Wie sich die Platzbedarfe in Kitas und Schulen entwickeln, hängt vorwiegend von der demografischen Ausgangslage in den Regionen ab. Diese wird wiederum maßgeblich vom Verlauf der Geburtenzahlen bestimmt.

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Regionale Disparitäten bei den Entwicklungen der Platzbedarfe in Kitas und Schulen
IW-Report Nr. 23 24. Mai 2025 Wido Geis-Thöne

Regionale Disparitäten bei den Entwicklungen der Platzbedarfe in Kitas und Schulen

Wido Geis-Thöne Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Wie sich die Platzbedarfe in Kitas und Schulen entwickeln, hängt vorwiegend von der demografischen Ausgangslage in den Regionen ab. Diese wird wiederum maßgeblich vom Verlauf der Geburtenzahlen bestimmt.

Hier unterscheiden sich die ehemaligen beiden deutschen Staaten auch mehr als drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung noch immer maßgeblich. Im Osten sind die Geburtenzahlen bereits seit dem Jahr 2016 stark rückläufig, wohingegen sie im Westen noch bis zum Jahr 2021 eine Hochphase erlebt haben. Innerhalb des Westens stechen die ländlichen Gebiete im Süden mit einer besonders positiven Entwicklung im Zeitraum zwischen den Jahren 2016 und 2021 heraus. Darüber hinaus zeigt sich überall in Deutschland ein starkes Stadt-Land-Gefälle mit einer positiveren Entwicklung in den Städten bis etwa zum Jahr 2016 und einer negativeren Entwicklung seitdem. Neben den Geburtenzahlen können auch Wanderungsbewegungen einen Einfluss auf die demografische Ausgangslage haben. Dabei nimmt das Jahr 2022 mit der Aufnahme sehr vieler geflüchteter Kinder und Jugendlicher aus der Ukraine eine absolute Sonderstellung ein. Dennoch zeigt sich in den letzten Jahren bei den kleineren Kindern im Alter unter sechs Jahren deutschlandweit eine substanzielle Abwanderung aus den städtischen Zentren, die die regionalen Platzbedarfe in Kitas und Schulen deutlich verändert. In besonderem Maße gilt das im Süden. Während grundsätzlich alle Kinder im Alter ab sechs Jahren schulpflichtig sind, hängt der Platzbedarf in den Kitas auch von den Betreuungswünschen der Eltern ab. Dabei sind die Betreuungsquoten im Osten sehr viel höher als im Westen und es finden sich auch größere Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern innerhalb des Westens. Beachtlich ist, dass bei der Betreuung unter Dreijähriger derzeit im Süden ein Stadt-Land-Gefälle und im Osten ein Land-Stadt-Gefälle besteht.

Ergänzt man die bereits verfügbaren Bestandszahlen zur Entwicklung der Kinderzahlen um eine einfache Fortschreibung auf Basis der Wanderungsbewegungen und Veränderungen der Geburtenzahlen zwischen den Jahren 2022 und 2023, zeigen sich große Unterschiede zwischen Ost und West bei der Entwicklung der Platzbedarfe in den Kitas. So ist im Westen bisher erst der Hochpunkt bei den unter Dreijährigen, aber noch nicht bei den Drei- bis Fünfjährigen überschritten worden, wohingegen im Osten die Zahlen in beiden Altersgruppen bereits seit einiger Zeit stark rückläufig sind. Dort erreichen die Betreuungsquoten auch bei den unter Dreijährigen schon heute ein sehr hohes Niveau, sodass ein Rückbau der Angebote im Kitabereich unumgänglich erscheint. Allerdings sollten die freiwerdenden personellen Ressourcen nicht abgebaut, sondern zur Verbesserung der Betreuungsrelationen eingesetzt werden. Auch im Grundschulbereich dürfte der Hochpunkt im Osten bereits überschritten sein und lediglich in den weiterführenden Schulen ist noch mit steigenden Schülerzahlen zu rechnen. Hingegen steht der Westen erst am Beginn eines starken Anstiegs der Schülerzahlen in der Sekundarstufe I und in den Grundschulen werden diese aller Voraussicht nach auch noch weiter zunehmen. So muss dort auch noch ein substanzieller Ausbau der Kapazitäten an den Schulen erfolgen, was nicht so einfach zeitnah möglich ist, da sowohl die Ausbildung zusätzlicher Lehrkräfte als auch die Schaffung von Schulgebäuden mit einem substanziellen Zeitaufwand verbunden ist.

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IW-Report Nr. 23 24. Mai 2025 Wido Geis-Thöne

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