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Gutachten 19. Oktober 2026 Valeria Quispe / Alexander Burstedde / Paula Risius / Dirk Werner Wer baut die Zukunft? Fachkräftemangel als Bremse für Wachstum und Investitionen in Deutschland

Das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) bietet eine vielversprechende Chance für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Gelingen Infrastruktur-Modernisierung und Klima-Transformation, profitieren Unternehmen, Beschäftigte und die Gesellschaft insgesamt.

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Fokus auf Infrastrukturausbau, Energiewende und Digitalisierung
Gutachten 19. Oktober 2026 Valeria Quispe / Alexander Burstedde / Paula Risius / Dirk Werner

Wer baut die Zukunft? Fachkräftemangel als Bremse für Wachstum und Investitionen in Deutschland

Gutachten im Auftrag von The BlackRock Foundation

Valeria Quispe / Alexander Burstedde / Paula Risius / Dirk Werner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) bietet eine vielversprechende Chance für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Gelingen Infrastruktur-Modernisierung und Klima-Transformation, profitieren Unternehmen, Beschäftigte und die Gesellschaft insgesamt.

Die öffentlichen Ausgaben könnten Deutschland nachhaltig aus der aktuellen Wachstumsschwäche führen. Dann wären die Schulden als Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des Landes gut eingesetzt. Die Chancen lassen sich jedoch nur nutzen, wenn Investitionsmittel und Fachkräftesicherung konsequent zusammengedacht werden.  

Diese Studie untersucht die Auswirkungen des Fachkräftemangels auf Wachstum und Investitionen, insbesondere für drei zentrale Regierungsziele: die Modernisierung und den Ausbau der Infrastruktur, die Energiewende und die Digitalisierung. Der Fachkräftemangel zählt derzeit zu den gravierendsten strukturellen Problemen der deutschen Wirtschaft und stellt ein wesentliches Hindernis für Wachstum und Investitionen dar. Unbesetzte Stellen bedeuten kurzfristig zunächst entgangene Wertschöpfung, langfristig aber auch weniger Innovationskraft und Wirtschaftswachstum. Aufgrund der anhaltend schwachen Konjunktur haben sich die Engpässe zuletzt verringert, dürften aber aus demografischen Gründen bald wieder zunehmen.

Die Studie analysiert die Fachkräftesituation in Infrastrukturberufen, Energiewendeberufen und Digitalisierungsberufen. In allen drei Gruppen bestehen akute und teilweise schon länger anhaltende Fachkräfteengpässe. Zudem gibt es große Überschneidungen zwischen den drei Berufsfeldern: Mehrere Berufe sind in mehr als einer Gruppe vertreten, was zu zusätzlicher Konkurrenz um dieselben knappen Arbeitskräfte führt – und damit die Erreichung der Investitionsziele erschwert. Zählt man überlappende Berufe nur einmal, fehlten zwischen Juli 2025 und Juni 2026 im Durchschnitt 148.047 Fachkräfte für die Investitionsagenda. 44 Prozent der Fachkräftelücke über alle Berufe entfallen damit auf diese drei Berufsgruppen. Am größten sind die Engpässe bei technischen Fachkrafttätigkeiten für die physische Umsetzung von Infrastrukturprojekten. Hierzu zählen die Bauelektrik, die Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, die elektrische Betriebstechnik sowie die Maschinenbau- und Betriebstechnik: 70 Prozent der Fachkräftelücke in den drei betrachteten Berufsgruppen entfallen auf Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung. Die Mittel des Sondervermögens dürften einen weiteren Anstieg der Nachfrage nach diesen Berufen auslösen, während das Arbeitsangebot ohne energische Gegenmaßnahmen nur unzureichend wächst.

Die Hauptursachen dafür sind der demografische Wandel und Passungsprobleme zwischen Anforderungen der Unternehmen und den Qualifikationen der Arbeitskräfte. Da weniger junge Menschen in den Arbeitsmarkt eintreten als ältere ihn verlassen, geht das Erwerbspersonenpotenzial in den kommenden Jahren zudem stark zurück – insbesondere bei Fachkräften mit Berufsausbildung. Die duale Berufsausbildung bietet eine Möglichkeit, Menschen mit den vom Markt nachgefragten Kompetenzen und Qualifikationen auszustatten und damit zur Fachkräftesicherung beizutragen.

Im Jahr 2025 blieben über alle Berufe hinweg 54.000 Ausbildungsstellen unbesetzt und knapp 40.000 Bewerber unversorgt. Zusätzlich wurde 2024 fast jeder dritte Ausbildungsvertrag vorzeitig gelöst, und dann häufig anderweitig fortgesetzt. Durch eine bessere Beratung und Begleitung im Rahmen der Berufsorientierung könnten mehr Menschen für eine Ausbildung in Mangelberufen gewonnen werden und diese in der Folge erfolgreich abschließen. Das würde einen großen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten.

Die aktuelle Lage in Deutschland ist herausfordernd, doch es gibt Handlungsoptionen. Der Fachkräftemangel lässt sich dort begrenzen, wo Politik, Unternehmen, Arbeitsverwaltung, Bildungseinrichtungen, Sozialpartner und Gesellschaft an einem Strang ziehen und den avisierten Investitionsmitteln eine klare Fachkräftestrategie zur Seite stellen. Gelingt dies, werden die aktuellen Herausforderungen zu einer einmaligen Chance, Deutschlands Fähigkeit zu stärken, seine Ziele bei Infrastruktur, Energiewende und Digitalisierung zu erreichen.

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Fokus auf Infrastrukturausbau, Energiewende und Digitalisierung
Gutachten 19. Oktober 2026 Valeria Quispe / Alexander Burstedde / Paula Risius / Dirk Werner

Wer baut die Zukunft? Fachkräftemangel als Bremse für Wachstum und Investitionen in Deutschland

Gutachten im Auftrag von The BlackRock Foundation

Valeria Quispe / Alexander Burstedde / Paula Risius / Dirk Werner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

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