Die aktuelle Befragung zum ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI) zeigt, dass die Erholung nach der Krise weiter auf einem wackligen Fundament steht: Die Immobilienwirtschaft sieht sich auch mit Blick auf das Jahr 2026 in unsicheren Zeiten ohne klare Perspektiven.
Aktuelle Ergebnisse des ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI): Gedämpfte Aussichten für die Immobilienwirtschaft 2026
Gutachten im Auftrag des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Die aktuelle Befragung zum ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI) zeigt, dass die Erholung nach der Krise weiter auf einem wackligen Fundament steht: Die Immobilienwirtschaft sieht sich auch mit Blick auf das Jahr 2026 in unsicheren Zeiten ohne klare Perspektiven.
Die Geschäftslage sinkt um 9,1 auf 12,9 Punkte. Auch die Erwartungen für die nächsten 12 Monate geben weiter nach und sinken um 4,7 Punkte auf 20,1 Punkte. Das Immobilienklima erreicht damit einen Wert von 16,4 (-6,9) und liegt so nach einer kurzen positiveren Phase exakt auf dem gleichen Niveau wie Ende des Vorjahres. Das kurze Sommerhoch nach dem Antritt der neuen Bundesregierung ist damit wieder verflogen. Die Ergebnisse im Einzelnen:
- Im Bürosegment bleibt die Lage nach dem Zwischenhoch im Sommer schwach (+5,0 auf 16,9 Punkte). Die Erwartungen sinken um 7,4 auf 20,0. Das Klima erreicht 18,5 Punkte (-1,0). Das wirtschaftliche Umfeld bleibt schwierig und die Aussichten hinsichtlich der Büroflächennachfrage pessimistisch. Die Preiserwartungen drehen zum Jahresende wieder ins Negative. Die Nachfrage im Mietsegment bleibt aber stabil und die Transaktionen und Umsätze nehmen zu. Bemerkenswert ist, dass nun eine große Mehrheit der befragten Unternehmen im Jahr 2026 ihre Bestände verkleinern will.
- Im Wohnsegment wird die ungünstigste Geschäftslage seit fast zwei Jahren gemessen (-14,3 auf 17,1 Punkte). Auch die Erwartungen sind schwächer, sodass sich das Klima deutlich um -7,6 auf 16,7 Punkte verschlechtert. Bei den Mieten und Preisen bleiben die Erwartungen positiv. Der Transaktionsmarkt belebt sich zunehmend. In vielen Regionen ist der Wohnraumbedarf weiter hoch und wird nicht mit ausreichend Angebot gedeckt. Die angekündigten Reformen der Bundesregierung zur Stärkung des Wohnungsbaus können die Aussichten nicht verbessern.
- Die Projektentwicklung leidet weiter unter der schwachen Nachfrage und den hohen Kosten. Ein besseres Lagebild steht schwachen Erwartungen für 2026 gegenüber. Entsprechend bleibt das Klima auf niedrigem Niveau und steigt nur geringfügig um 0,8 auf 11,3 Punkte. Insgesamt ist zu erkennen, dass sich die Immobiliennachfrage nach und nach wiederbelebt, allerdings auf einem überschaubaren Niveau. Die Branche setzt daher auf weitergehende Reformen, um die Rahmenbedingungen für das Bauen nachhaltig zu verbessern.
- Die aktuelle Sonderfrage befasst sich mit den Erwartungen für das Jahr 2026 in Bezug auf Baukosten, Bauzinsen und Inflation. Die Ergebnisse zeigen, dass die Immobilienunternehmen weiterhin von anspruchsvollen, zugleich jedoch stabileren Rahmenbedingungen ausgehen. Für die Baupreise erwarten sie einen moderaten Anstieg um 2,6 Prozent. Die Bauzinsen werden nach Einschätzung der Befragten auf einem Niveau von etwa 3,7 Prozent verharren. Hinsichtlich der Inflation rechnen die Unternehmen für das Jahr 2026 mit einer Rate von 2,2 Prozent.
Seit dem Jahr 2014 befragt das IW vierteljährlich deutsche Immobilienunternehmen nach ihrer Geschäftslage. Seit 2020 wird die Befragung in Kooperation mit dem Zentraler Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA) erstellt und unter dem Namen ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI) veröffentlicht. Der Index liefert zeitnahe Informationen über die Lage und Erwartungen von Immobilienunternehmen, also Bestandshalter von Immobilien, Finanzierer und Dienstleister von Immobilien und Projektentwicklern. Die Abfrage der Geschäftsführer und leitenden Angestellten hinsichtlich ihrer Einschätzung der Geschäftslage und Erwartungen dient zur aktuellen und prospektiven Beurteilung der konjunkturellen Entwicklung und zur Erhöhung der Transparenz des deutschen Immobilienmarktes. Subindizes für die vier wichtigsten Teilmärkte (Büro, Handel, Wohnen, Projektentwickler) zeigen ein differenziertes Bild der Stimmungslage im deutschen Immobilienmarkt. Das Unternehmenspanel der Befragung hat mittlerweile eine Größe von gut 400 Firmen.
Die Befragung ist als klassische Konjunkturumfrage konzipiert, in der die individuellen Einschätzungen der Geschäftsführer und Vorstände für ihre einzelnen Unternehmen abgefragt werden. Neben den beiden klassischen Fragen zur Lage und den Aussichten des eigenen Unternehmens, werden auch Fragen zu den Preis- und Mietentwicklungen, den Bestandsveränderungen sowie beispielsweise den Finanzierungsbedingungen gestellt. Die Zusammenführung der Einzelergebnisse zur Lage und den Aussichten erfolgt nach der Saldenmethode, bei der die prozentualen Anteile der drei Antwortkategorien aller Umfrageteilnehmer (gut, neutral, schlecht) saldiert werden. Dabei wird der Anteil der negativen Antworten von dem Anteil der positiven Antworten abgezogen, während der Anteil der neutralen Antworten für den Saldo keine Rolle spielt. Das Ergebnis wird auf Basis von Größenklassen gewichtet, um den unterschiedlichen Unternehmensgrößen Rechnung zu tragen. Durch dieses Vorgehen entstehen gewichtete und aggregierte Salden für die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen für die nächsten 12 Monate.
Aktuelle Ergebnisse des ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI): Gedämpfte Aussichten für die Immobilienwirtschaft 2026
Gutachten im Auftrag des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.
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