Nachdem sich die Einschätzungen der Immobilienwirtschaft bis zum Sommer 2025 kontinuierlich aufgehellt hatten, weisen die Ergebnisse der Befragungen zum ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI) seitdem auf eine Eintrübung hin.
Aktuelle Ergebnisse des ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI): Abwärtstrend setzt sich fort: Erneuter Dämpfer für die Immobilienwirtschaft
Gutachten im Auftrag des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Nachdem sich die Einschätzungen der Immobilienwirtschaft bis zum Sommer 2025 kontinuierlich aufgehellt hatten, weisen die Ergebnisse der Befragungen zum ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI) seitdem auf eine Eintrübung hin.
Im aktuellen Quartal steigt die Bewertung der Geschäftslage zwar leicht um 1,7 Punkte auf 14,5 Punkte, doch der Wert für die Erwartungen sinkt auf 16,4 Punkte (–3,7 Punkte). Insgesamt gibt damit das Immobilienklima um 1,0 Punkte nach, gegenüber dem Sommer 2025 hat es somit fast 10 Punkte eingebüßt. Die Ergebnisse im Einzelnen:
- Das Bürosegment ist das einzige Immobiliensegment, in dem sich sowohl die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage als auch zu den Erwartungen verbessert haben. Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage steigt um 3,1 Punkte auf 20,0, der Wert für die Erwartungen steigt um 6,7 Punkte auf nun 26,7. Das Immobilienklima hat damit einen Wert von 23,3 (+4,9). Der Büromarkt profitiert von der nach wie vor großen Robustheit des Dienstleistungssektors sowie dem Wunsch vieler Unternehmen, die Präsenztage wieder zu erhöhen.
- Im Wohnsegment steigt die Geschäftslage um 1,1 Punkte auf 18,2, aber die Erwartungen geben mit 10,1 Punkten deutlich nach – der Erwartungswert beträgt nun nur noch 5,8. Das Immobilienklima liegt jetzt bei einem Wert von 11,9 und erreicht damit den niedrigsten Wert seit Sommer 2024. Die Nachfrage nach Wohnimmobilien bleibt grundsätzlich hoch, aber zwei Entwicklungen dürften die Erwartungen besonders belasten. Erstens die weitere geplante Verschärfung von Mietpreisregulierungen, die gerade für Bestandshalter belastend sein können und zweitens der deutliche Energiepreisanstieg in Folge des Kriegs im Iran, der die Zahlungsfähigkeit der Mieter einschränkt.
- Die Entwicklung in der Projektentwicklung ist besonders dramatisch. Die Geschäftslage sinkt um 25,5 Punkte auf nun –23,5, die Erwartungen trüben sich ebenfalls deutlich um 12,3 Punkte auf einen Wert von 8,8 ein. Die Ergebnisse stehen anscheinend in einem Kontrast zu den wieder steigenden Baugenehmigungszahlen und den verbesserten Förderbedingungen. Aber: Die Zahl der Insolvenzen bei Bauträgern ist nach wie vor hoch und die moderaten Steigerungen der Nachfrage reichen vielfach nicht aus, um Profitabilität zu erreichen. Da ein deutlicher Anstieg der Nachfrage nicht zu erwarten ist, trüben sich die Perspektiven entsprechend für die Projektentwickler ein.
- Die aktuelle Sonderfrage fokussiert sich auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Immobilienwirtschaft. Alle befragten Unternehmen nutzen KI, 62 Prozent der Unternehmen sogar in drei oder mehr Anwendungsbereichen. Besonders häufig wird KI für das interne Wissensmanagement (89 Prozent), für die Dokumentenanalyse (57 Prozent) und in Verwaltungsprozessen (35 Prozent) eingesetzt.
Seit dem Jahr 2014 befragt das IW vierteljährlich deutsche Immobilienunternehmen nach ihrer Geschäftslage. Seit 2020 wird die Befragung in Kooperation mit dem Zentraler Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA) erstellt und unter dem Namen ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI) veröffentlicht. Der Index liefert zeitnahe Informationen über die Lage und Erwartungen von Immobilienunternehmen, also Bestandshalter von Immobilien, Finanzierer und Dienstleister von Immobilien und Projektentwicklern. Die Abfrage der Geschäftsführer und leitenden Angestellten hinsichtlich ihrer Einschätzung der Geschäftslage und Erwartungen dient zur aktuellen und prospektiven Beurteilung der konjunkturellen Entwicklung und zur Erhöhung der Transparenz des deutschen Immobilienmarktes. Subindizes für die vier wichtigsten Teilmärkte (Büro, Handel, Wohnen, Projektentwickler) zeigen ein differenziertes Bild der Stimmungslage im deutschen Immobilienmarkt. Das Unternehmenspanel der Befragung hat mittlerweile eine Größe von gut 400 Firmen.
Die Befragung ist als klassische Konjunkturumfrage konzipiert, in der die individuellen Einschätzungen der Geschäftsführer und Vorstände für ihre einzelnen Unternehmen abgefragt werden. Neben den beiden klassischen Fragen zur Lage und den Aussichten des eigenen Unternehmens, werden auch Fragen zu den Preis- und Mietentwicklungen, den Bestandsveränderungen sowie beispielsweise den Finanzierungsbedingungen gestellt. Die Zusammenführung der Einzelergebnisse zur Lage und den Aussichten erfolgt nach der Saldenmethode, bei der die prozentualen Anteile der drei Antwortkategorien aller Umfrageteilnehmer (gut, neutral, schlecht) saldiert werden. Dabei wird der Anteil der negativen Antworten von dem Anteil der positiven Antworten abgezogen, während der Anteil der neutralen Antworten für den Saldo keine Rolle spielt. Das Ergebnis wird auf Basis von Größenklassen gewichtet, um den unterschiedlichen Unternehmensgrößen Rechnung zu tragen. Durch dieses Vorgehen entstehen gewichtete und aggregierte Salden für die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen für die nächsten 12 Monate.
Aktuelle Ergebnisse des ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI): Abwärtstrend setzt sich fort: Erneuter Dämpfer für die Immobilienwirtschaft
Gutachten im Auftrag des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Enteignungspläne: „Es wird eine Kapitalflucht aus Berlin geben”
Die Linke gewinnt die Wahl in Berlin und will große Wohnkonzerne enteignen. IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer hält die Folgen für den Wirtschaftsstandort Deutschland für gravierend.
IW
Leichte Stimmungsaufhellung trotz vielfältiger Herausforderungen
Die aktuelle Befragung zum ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI) zeigt nach dem deutlichen Einbruch im Vorquartal eine leichte Erholung. Die Bewertung der Geschäftslage steigt um 2,4 Punkte auf 10,2 Punkte.
IW