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Gutachten 27. Februar 2026 Ralph Henger / Robert Meyer* / Jan Büchel / Sebastian Herkel* / Christian Oberst Was kostet die Modernisierung (m)eines Gebäudes?: Energetische Modernisierungskosten von Wohngebäuden im Studienvergleich

Auf dem Weg zu einem klimaneutralen Gebäudebestand prägt die Frage nach der Höhe der hierfür erforderlichen Investitionskosten seit Jahren die Diskussion.

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Energetische Modernisierungskosten von Wohngebäuden im Studienvergleich
Gutachten 27. Februar 2026 Ralph Henger / Robert Meyer* / Jan Büchel / Sebastian Herkel* / Christian Oberst

Was kostet die Modernisierung (m)eines Gebäudes?: Energetische Modernisierungskosten von Wohngebäuden im Studienvergleich

Gutachten des Ariadne Kopernikus-Projekts "Die Zukunft unserer Energie" im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt

Ralph Henger / Robert Meyer* / Jan Büchel / Sebastian Herkel* / Christian Oberst Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Auf dem Weg zu einem klimaneutralen Gebäudebestand prägt die Frage nach der Höhe der hierfür erforderlichen Investitionskosten seit Jahren die Diskussion.

Die vorliegende Studie analysiert die Modernisierungskosten für die Gebäudehülle und die Wärmeerzeuger im Rahmen einer Metaanalyse, in der Fragen zu den Modernisierungskosten des Ariadne Wärme- & Wohnen-Panels für die Jahre 2021 bis 2024 umfassend ausgewertet und mit den wichtigsten wissenschaftlichen Studien verglichen wird. Die Ergebnisse zeigen hinsichtlich der Größenordnungen eine hohe Übereinstimmung zwischen den untersuchten Studien. Gleichzeitig wird eine enorme Spannbreite bei den Modernisierungskosten insbesondere bei der Anlagetechnik deutlich. Die Kosten variieren sowohl zwischen den verschiedenen Gebäuden und Effizienzmaßnahmen an der Gebäudehülle und Heizungstechnik als auch zwischen verschiedenen Datenquellen erheblich. Die Ursachen für diese Varianz liegen in einer Vielzahl technischer, wirtschaftlicher und standortspezifischer Faktoren sowie der Erhebungszeiträume. Insbesondere Gebäudedimensionen und -geometrie, Bausubstanz, Bauweise sowie der energetische Ausgangszustand bestimmen maßgeblich den erforderlichen Aufwand.

Neben einem Vergleich der Kosten einzelner Bauteile werden auch die Gesamtkosten für ein exemplarisches Einfamilienhaus und Mehrfamilienhaus betrachtet, die von einem unsanierten Zustand mit zwei unterschiedlichen Sanierungstiefen, definiert in der Nomenklatur der Bundesförderung für Effiziente Gebäude (BEG) als Effizienzhausstandard, modernisiert werden. Die Vollkosten für eine Modernisierung auf Effizienzhaus-Stufe EH 55 belaufen sich auf bis zu 1.450 Euro/m² Wohnfläche beim Einfamilienhaus und auf bis zu 750 Euro/m² beim Mehrfamilienhaus. Die energiebedingten Mehrkosten (also nur zusätzlichen Aufwendungen für die energetische Verbesserung) liegen mit bis zu 940 Euro/m² bzw. 470 Euro/m² deutlich niedriger und verdeutlichen, dass energetische Maß nahmen im Rahmen des regulären Sanierungszyklus durchgeführt werden sollten, wenn ohnehin Arbeiten zur Instandhaltung anfallen. Die energiebedingten Mehrkosten variieren jedoch besonders stark je nach Kostenquelle. So liegen im günstigsten Fall die Kosten für Modernisierung auf EH 55 nur bei 650 bzw. 370 Euro/m². Die Modernisierungskosten für eine geringere Sanierungstiefe, entsprechend der ehemaligen EH 115-Stufe, das heißt 115 Prozent des Primärenergiebedarfs und 130 Prozent der flächenbezogenen 4 Transmissionswärmeverluste (H’T) des Gebäudeenergiegesetz-(GEG)-Referenzgebäudes, sind deutlich geringer. Hier belaufen sich die Vollkosten beim Einfamilienhaus auf bis zu 800 Euro/m² und beim Mehrfamilienhaus auf bis zu 380 Euro/m². Die energiebedingten Mehrkosten für die Effizienzhaus-Stufe EH 115 liegen bei 380 Euro/m² beim Einfamilienhaus und bei 110 Euro/m² beim Mehrfamilienhaus.

Auch bei der Modernisierung der Wärmeerzeuger zeigen sich erhebliche Kostenunter schiede. Betrachtet werden vier Heizungsvarianten und die hierfür erforderlichen Kosten für die Erneuerung der Heizungsanlage inklusiver aller begleitenden Arbeiten im Heizungskeller. Je nach Energiequelle und eingesetzter Technologie ergeben sich erhebliche Kostenunterschiede. Die geringsten Investitionskosten verursacht in der Regel der Einbau eines Gas-Brennwertkessels. Ein Anschluss an die Fernwärme kann im Einzelfall kostengünstiger sein, liegt jedoch üblicherweise im höheren Kostenbereich. Die höchsten Investitionen unter den betrachteten Varianten entfallen auf die Kombination eines neuen Gas-Brennwertkessels mit Solarthermie sowie auf den Einbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpe einschließlich des gegebenenfalls. erforderlichen Heizflächentauschs.

Die Ergebnisse zeigen, dass energetische Modernisierungen insbesondere auf ein hohes Effizienzhausniveau nicht nur eine technische, sondern auch eine große finanzielle Herausforderung für die Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer darstellen. Ob sich ins besondere umfassende Maßnahmen wirtschaftlich realisieren lassen, hängt dabei im hohen Maße von den individuellen Voraussetzungen ab, insbesondere dem Einsparpotenzial von Energiekosten, sowie der Frage, wie sich diese auf den Gebäudewert und in Form von geringeren Heiz- und CO2-Kosten einschließlich des gestiegenen Heiz- und Wohnkomforts niederschlagen. Hierbei können die Eigentümerinnen und Eigentümer auf verschiedene Förderungen zurückgreifen, wenn sie Modernisierungen durchführen und auf Erneuerbare Energien umsteigen.

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