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Gutachten 7. Dezember 2011 Christina Anger / Oliver Koppel / Axel Plünnecke MINT-Report 2011

Zehn gute Gründe für ein MINT-Studium

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MINT-Report 2011
Gutachten 7. Dezember 2011 Christina Anger / Oliver Koppel / Axel Plünnecke

MINT-Report 2011

Christina Anger / Oliver Koppel / Axel Plünnecke Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Zehn gute Gründe für ein MINT-Studium

Akademiker der Fachrichtungen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik (kurz: MINT-Akademiker) repräsentieren eine der relevantesten Determinanten für die Zukunft des Innovationsstandorts Deutschland, stellt ihre Arbeitsmarktverfügbarkeit doch eine notwendige Voraussetzung für die Entstehung technischen Fortschritts und mithin gesamtwirtschaftlichen Wachstums dar. Durch den aktuell bereits vorhandenen und sich vermutlich künftig weiter steigenden Arbeitsmarktengpass bei MINT-Qualifikationen droht Deutschland, wesentliche Ziele seiner innovations- und forschungspolitischen Agenda zu verfehlen. Einer der wesentlichsten Punkte in der Diskussion um Arbeitskräfteengpässe ist die Frage, ob Arbeitsmarktgruppen auf Basis der Qualifikation (der Fachrichtung des formalen Bildungsabschlusses) oder auf Basis des Zielberufs (der ausgeübten beruflichen Tätigkeit) analysiert werden. Die Unterschiede sind insbesondere bei akademischen Qualifikationen gravierend. So wird in der Arbeitsmarktstatistik nur etwa jeder zweite MINT-Akademiker auch als in einem MINT-Beruf (etwa als Mathematiker, Informatiker oder Ingenieur) tätig geführt. Viele ausgebildete MINT-Akademiker arbeiten jedoch als Professoren oder Lehrkräfte für technische Fachrichtungen (in der Arbeitsmarktstatistik als Lehrberufe erfasst), als Forschungscontroller oder technische Vertriebler (wirtschaftswissenschaftliche Berufe), als Geschäftsführer in einem technikaffinen Unternehmen (geschäftsführende Tätigkeit) oder als Patentprüfer (Rechtsberuf).

All diesen Beispielen ist gemein, dass es sich um Tätigkeiten handelt, die in der amtlichen Berufsstatistik nicht als MINT-Berufe erfasst werden, obwohl für deren Ausübung der Abschluss eines MINT-Studiums typischerweise die Voraussetzung darstellt. So sind beispielsweise das Gros aller Geschäftsführer von Maschinenbauunternehmen Ingenieure, weil das technische Produkt-Know-how von höherer Bedeutung als das wirtschaftliche Know-how für die Ausübung dieser Tätigkeit ist. Und auch ein Physikprofessor sollte Physik studiert haben, wenngleich er in der Logik der Arbeitsmarktstatistik in einem Lehrberuf tätig ist. Wie nicht zuletzt die Daten der Beschäftigungsentwicklung belegen, werden MINT-Akademiker weit über den MINT-Beruf hinaus am Arbeitsmarkt benötigt.

Vor diesem Hintergrund unternimmt die vorliegende Studie eine umfassende Analyse relevanter Arbeitsmarktindikatoren von MINT-Akademikern in Deutschland. Hierzu werden in Kapitel 2 zunächst die methodischen und definitorischen Grundlagen erläutert. In dem Kernkapitel 3 werden auf Basis abgesicherter empirischer Befunde zehn gute Gründe für die Aufnahme eines MINT- Studiums abgeleitet. Die hierbei verwendeten Daten stammen überwiegend aus Sonderauswertungen des Mikrozensus, der repräsentativen amtlichen 1-Prozent-Stichprobe der Bevölkerung Deutschlands und damit größten jährlichen Haushaltsbefragung in Europa, sowie aus den repräsentativen Absolventenbefragungen des Hochschulinformationssystems (HIS). Kapitel 4 beleuchtet auf Basis von Daten der Bundesagentur für Arbeit die Entwicklung des Arbeitsmarktes in den MINT-Berufen seit dem Jahr 2000 in Bezug auf Arbeitslose und offene Stellen und analysiert insbesondere die aktuelle Entwicklung der MINT-Arbeitskräftelücke. Schließlich schreibt Kapitel 5 auf Basis von Hochschul- und Bildungsdaten des Statistischen Bundesamtes die Indikatorik des jährlich aktualisierten MINT-Meters fort und ermittelt, welche Fortschritte bei der Erreichung der gesetzten Zielmarken gemacht wurden.

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