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Michael Voigtländer im Wirtschaftsdienst Externe Veröffentlichung 18. Juni 2021 Wohnungsmarkt: Ein politisches Signal

Durch den geplanten Zusammenschluss von Vonovia und Deutsche Wohnen entsteht der größte Immobilienkonzern Europas mit 550.000 Wohnungen. Dabei dürfte es vor allem um politisches Gewicht gehen: Je größer der Konzern, desto besser lassen sich politische Risiken streuen.

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Durch den geplanten Zusammenschluss von Vonovia und Deutsche Wohnen entsteht der größte Immobilienkonzern Europas mit 550.000 Wohnungen. Dabei dürfte es vor allem um politisches Gewicht gehen: Je größer der Konzern, desto besser lassen sich politische Risiken streuen.

Schon heute ist Vonovia eine der größten Immobilienaktiengesellschaften. Schließt sich der Konzern mit der Deutsche Wohnen zusammen, würde ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 45 Mrd. Euro entstehen. Größe ist im Wohnungsmarkt wichtig: Je größer ein Unternehmen, desto mehr Vorteile lassen sich im Einkauf erzielen, außerdem können bei der Bewirtschaftung Skaleneffekte erzielt werden.

Dies dürfte jedoch nicht der entscheidende Grund sein. Schließlich haben beide Unternehmen schon zweimal versucht zu fusionieren. Letztlich waren es aber gerade die Investierenden, die eine Fusion ablehnten, da die ökonomischen Vorteile als nicht gewichtig genug wahrgenommen wurden. Beide Unternehmen sind bereits sehr groß und können am Kapitalmarkt günstige Finanzierungskonditionen erhalten. Die Portfolien der beiden Unternehmen haben unterschiedliche regionale Schwerpunkte, weshalb Einsparungen in der Bewirtschaftung limitiert sein dürften. In der Vergangenheit war es den Investierenden darüber hinaus wichtig, mehrere Unternehmen zu haben, die konkurrieren und unterschiedliche regionale Strategien verfolgen. Somit können Anlagerisiken besser diversifiziert werden. Vor diesem Hintergrund dürfte auch Marktmacht nicht entscheidend sein. Letztlich ist für die Erzielung von Preissetzungsmacht der Wohnungsmarkt insgesamt zu kleinteilig. In früheren Verfahren stellte das Kartellamt zwar fest, dass einzelne Unternehmen in Städten des Ruhrgebiets auf einen Marktanteil von 20 % kommen, doch damit ist noch keine ausreichende Marktmacht verbunden. Schließlich stehen den Kunden weiterhin zahlreiche Alternativen offen, sowohl in der Stadt als auch außerhalb. In Berlin, wo die beiden Unternehmen künftig über 150.000 Wohnungen bewirtschaften, liegt der Marktanteil bei Mietwohnungen bei unter 9 %.

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