1. Home
  2. Studien
  3. Die Reformvorschläge der EU-Kommission zur Europäischen Währungsunion
Michael Hüther / Jürgen Matthes IW-Policy Paper Nr. 22 15. Dezember 2017 Die Reformvorschläge der EU-Kommission zur Europäischen Währungsunion

Die EU-Kommission hat Ende 2017 – wieder einmal – umfangreiche Vorschläge für die Weiterentwicklung der Europäischen Währungsunion (EWU) vorgelegt. Unsere Bewertung dieser Vorschläge liefert ein differenziertes, aber überwiegend kritisches Bild.

PDF herunterladen
Die Reformvorschläge der EU-Kommission zur Europäischen Währungsunion
Michael Hüther / Jürgen Matthes IW-Policy Paper Nr. 22 15. Dezember 2017

Die Reformvorschläge der EU-Kommission zur Europäischen Währungsunion

IW policy paper

PDF herunterladen

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Die EU-Kommission hat Ende 2017 – wieder einmal – umfangreiche Vorschläge für die Weiterentwicklung der Europäischen Währungsunion (EWU) vorgelegt. Unsere Bewertung dieser Vorschläge liefert ein differenziertes, aber überwiegend kritisches Bild.

Der Posten eines Europäischen Finanzministers, der von einem Vizepräsidenten der EU-Kommission bekleidet werden soll, schafft mit dem vorgeschlagenen begrenzten Aufgabenportfolio unnötige Kompetenzüberschneidungen und daher Konfliktpotenziale mit den Mitgliedstaaten und den anderen EU-Institutionen.

Die Schaffung von begrenzten Euro-Budgetlinien im EU-Haushalt zur Förderung von Strukturreformen ist sinnvoll. Dagegen muss ein neues Stabilisierungsinstrument zur Abfederung asymmetrischer Schocks in der Umsetzung scheitern, stellt doch schon die Identifikation asymmetrischer Schocks ein Problem dar, ganz zu schweigen von der Frage, wie groß ein solcher Budgetspielraum sein müsste. EWU-Funktionen im EU-Haushalt anzusiedeln, schafft zudem Konfliktpotenzial zwischen den Euroländern und den übrigen EU-Staaten.

Ein Europäischer Währungsfonds (EWF) ist grundsätzlich sinnvoll, weil Europa künftig in der Lage sein muss, Hilfs- und Reformprogramme auch unabhängig vom IWF meistern zu können. Doch bevor der EWF als letzte staatliche Absicherung bei Bankenkrisen agieren kann, müssen die Risiken im Bankensystem deutlich stärker reduziert werden. Bei der avisierten Integration des intergouvernementalen European Stability Mechanism (ESM) in den EU-Rechtsrahmen muss eine hinreichende Unabhängigkeit gewahrt bleiben.

Entscheidend für die kritische Bewertung ist schließlich, was völlig ausgespart bleibt: Vorschläge zur De-Privilegierung von Staatsanleihen und für ein staatliches Insolvenzverfahren. Beide Reformen würden die No-Bailout-Klausel und die nationale Fiskaldisziplin stärken – und das europäische Regelsystem entlasten.

PDF herunterladen
Die Reformvorschläge der EU-Kommission zur Europäischen Währungsunion
Michael Hüther / Jürgen Matthes IW-Policy Paper Nr. 22 15. Dezember 2017

Michael Hüther / Jürgen Matthes: Die Reformvorschläge der EU-Kommission zur Europäischen Währungsunion

IW policy paper

PDF herunterladen

Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Teilen Sie diesen Artikel:

oder kopieren Sie den folgenden Link:

Der Link wurde zu Ihrer Zwischenablage hinzugefügt!

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Herausfordernde Zeiten für die USA und die EU – Wohin steuert die Wirtschafts- und Geldpolitik?
Sandra Parthie Veranstaltung 21. November 2022

Podiumsdiskussion: Herausfordernde Zeiten für die USA und die EU – Wohin steuert die Wirtschafts- und Geldpolitik?

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat massive Preissteigerungen ausgelöst. Doch schon zuvor gab es aufgrund der Corona-Pandemie und einer schleichenden Deglobalisierung hohe Inflationsrisiken. Wie sollten Regierungen und Zentralbanken jetzt ...

IW

Artikel lesen
Samina Sultan / Jürgen Matthes IW-Nachricht 9. November 2022

Der Stabilitäts- und Wachstumspakt darf nicht weichgespült werden

Die Europäische Kommission will den Stabilitäts- und Wachstumspakt (SWP) reformieren – unter anderem sollen die Mitgliedstaaten mehr Flexibilität bei der Schuldentilgung erhalten. Hier drohen zu große Ermessensspielräume für die Kommission. Stattdessen braucht ...

IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880