1. Home
  2. Studien
  3. Zu viel oder zu wenig Reform?: Die öffentliche Verhandlung des Bürgergeldes
IW-Trends Nr. 1 23. Mai 2023 Matthias Diermeier/ Jan Felix Engler / Holger Schäfer Zu viel oder zu wenig Reform?: Die öffentliche Verhandlung des Bürgergeldes

Das Bürgergeld sollte die Grundsicherung für Arbeitsuchende auf eine neue Grundlage stellen und das politische Versprechen erfüllen, Hartz IV zu „überwinden“.

PDF herunterladen
Die öffentliche Verhandlung des Bürgergeldes
IW-Trends Nr. 1 23. Mai 2023 Matthias Diermeier/ Jan Felix Engler / Holger Schäfer

Zu viel oder zu wenig Reform?: Die öffentliche Verhandlung des Bürgergeldes

Matthias Diermeier/ Jan Felix Engler / Holger Schäfer Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Das Bürgergeld sollte die Grundsicherung für Arbeitsuchende auf eine neue Grundlage stellen und das politische Versprechen erfüllen, Hartz IV zu „überwinden“.

Der Reformansatz rief indes diverse Konfliktlinien innerhalb Gesellschaft, Regierung und sogar einzelner Parteianhängerschaften hervor: die Höhe der Regelsätze, die Ausgestaltung der Sanktionen, die Höhe des anrechnungsfreien Vermögens sowie die Angemessenheit von Unterkunftskosten. Der politische Kompromiss am Ende des Vorhabens ließ wenig vom eigentlichen Reformversprechen übrig. Anhand der IW-Personenbefragung kann sowohl die Enttäuschung über die mangelnde Tragweite der Reform innerhalb von Grünen- und SPD-Anhängerschaft als auch die Unzufriedenheit über die ausgehandelten Lockerungen unter den FDP-Unterstützern nachvollzogen werden. In zentralen Fragen werden die Liberalen nur von den AfD-Anhängern in ihrer Zu-viel-Reform-Kritik übertroffen. Lediglich in der Grünen- und SPD-Anhängerschaft ließen sich Mehrheiten für das Bürgergeld organisieren. Insgesamt bleibt die Reformzustimmung mit rund einem Drittel Befürwortern äußerst überschaubar. Eine Analyse von Beiträgen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zeichnet die aufgeregte Bürgergeld-Kritik zudem im digitalen Raum nach. Am intensivsten diskutiert wurde, inwiefern sich die Erhöhung der Regelsätze negativ auf die Arbeitsanreize auswirkt. Während die FDP-Politiker sehr zurückhaltend agierten, zeigten sich die wohlfahrtschauvinistischen Tweets aus den Reihen der AfD als besonders resonanzstark – auch wenn die Partei in der Breite keine Diskussion über Migration lostreten konnte.

Inhaltselement mit der ID 12135
Inhaltselement mit der ID 12136
PDF herunterladen
Die öffentliche Verhandlung des Bürgergeldes
IW-Trends Nr. 1 23. Mai 2023 Matthias Diermeier/ Jan Felix Engler / Holger Schäfer

Zu viel oder zu wenig Reform?: Die öffentliche Verhandlung des Bürgergeldes

Matthias Diermeier/ Jan Felix Engler / Holger Schäfer Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Artikel lesen
Wirtschaftliches Wachstum im demografischen Wandel
IW-Trends 17. Oktober 2026 Philipp Deschermeier / Michael Grömling / Holger Schäfer

Wirtschaftliches Wachstum im demografischen Wandel

Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird in Deutschland demografisch bedingt bis zum Jahr 2040 um 4,3 Millionen oder 7,7 Prozent sinken.

Philipp Deschermeier / Michael Grömling / Holger Schäfer IW

Artikel lesen
IW-Kurzbericht Nr. 70 13. Oktober 2026 Stefanie Seele

KI-Nähe des Berufs bisher kein Nachteil auf dem Arbeitsmarkt

Die KI-nahe Beschäftigung gewinnt in Deutschland an Bedeutung. Dies liegt auch daran, dass der Beschäftigungsanteil von Fachkräften sinkt und jener von Experten und Spezialisten zunimmt.

Stefanie Seele IW

Mehr zum Thema

Inhaltselement mit der ID 8880