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Martin Beznoska / Judith Niehues / Maximilian Stockhausen im Wirtschaftsdienst Externe Veröffentlichung 18. Januar 2021 Verteilungsfolgen der Corona-Pandemie: Staatliche Sicherungssysteme und Hilfsmaßnahmen stabilisieren soziales Gefüge

Die Corona-Pandemie hat das Jahr 2020 maßgeblich bestimmt und tiefe Spuren in Wirtschaft und Gesellschaft hinterlassen. Mit zunehmender Krisendauer rückt die Frage nach den Folgen der Corona-Pandemie auf die soziale Ungleichheit ins öffentliche Interesse.

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Staatliche Sicherungssysteme und Hilfsmaßnahmen stabilisieren soziales Gefüge
Martin Beznoska / Judith Niehues / Maximilian Stockhausen im Wirtschaftsdienst Externe Veröffentlichung 18. Januar 2021

Verteilungsfolgen der Corona-Pandemie: Staatliche Sicherungssysteme und Hilfsmaßnahmen stabilisieren soziales Gefüge

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Die Corona-Pandemie hat das Jahr 2020 maßgeblich bestimmt und tiefe Spuren in Wirtschaft und Gesellschaft hinterlassen. Mit zunehmender Krisendauer rückt die Frage nach den Folgen der Corona-Pandemie auf die soziale Ungleichheit ins öffentliche Interesse.

Darüber wie sich die Verluste der Corona-Krise in der Bevölkerung verteilen und inwiefern staatliche Hilfsmaßnahmen die negativen Folgen abfedern konnten, ist jedoch wenig bekannt.  So fehlen aktuelle Mikrodaten zu den krisenbedingten Einkommensveränderungen oder diese werden voraussichtlich erst mit Verzögerung der (Fach-)Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Zudem ist das Infektionsgeschehen nicht beendet und weitere Lockdowns mit all ihren negativen wirtschaftlichen Konsequenzen sind denkbar.

Was lässt sich aus bisherigen Studien und Umfragen über die Verteilung der finanziellen Lasten der Corona-Pandemie in Deutschland ableiten? Zu Beginn der Pandemie waren vor allem weniger gut ausgebildete Menschen von Kurzarbeit und entsprechenden Einkommenseinbußen betroffen, wie Auswertungen von Schröder et al. (2020) auf Basis der SOEP-CoV Sonderbefragung zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen. Besser Ausgebildete konnten hingegen häufiger ihre Arbeitszeit reduzieren oder auch im Homeoffice arbeiten und waren damit seltener von Kurzarbeit betroffen. Trotz dieser Unterschiede fiel jedoch der Anteil der Personen mit Einkommensverlusten unter den Personen mit geringem und hohem Bildungsabschluss relativ ähnlich aus und lag jeweils bei knapp 20 %. Auf Haushaltsebene zeigt sich zudem, dass beispielsweise der Anteil der Kurzarbeitenden im unteren und oberen Einkommensbereich der Haushalte mit jeweils knapp 20 % auch hier auf einem sehr ähnlichen Niveau lag. Ähnliches galt für die Verteilung der Einkommensverluste.

Darüber hinaus zeigen sich Unterschiede in der Betroffenheit verschiedener Erwerbsgruppen: Selbstständige waren besonders häufig und stark von der Krise betroffen. In den Monaten April und Mai 2020 gaben rund 60 % der Selbstständigen an, Einkommensverluste erlitten zu haben, gegenüber 15 % der abhängig Beschäftigten (Kritikos et al., 2020). Zu ähnlichen Ergebnissen kommen auch Untersuchungen aus dem Erwerbstätigenpanel des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) für April und Juni. Dort gaben rund 32 % aller Erwerbstätigen an, einen Einkommensverlust erlitten zu haben, während es unter den Selbstständigen und Unternehmer:innen rund 56 % waren. Ebenfalls waren Leiharbeiter:innen und geringfügig Beschäftigte im Durchschnitt deutlich stärker von Einkommensverlusten betroffen als beispielsweise Beamte. Die Befragungsergebnisse zeigen zudem, dass besonders häufig Erwerbstätige mit vergleichsweise geringem Einkommen Verluste während der Corona-Krise erlitten haben (Hövermann, 2020).

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Staatliche Sicherungssysteme und Hilfsmaßnahmen stabilisieren soziales Gefüge
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