Kraftwerksbau als Chance für die Bau- und Baustoffwirtschaft
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
In der deutschen Energiewirtschaft besteht erheblicher Investitionsbedarf. Dies betrifft nicht nur den Ausbau der Netze, sondern vor allem auch die Energieerzeugung. Hier gibt es einen zunehmenden Ersatzbedarf an Kraftwerkskapazitäten. Zahlreiche bestehende fossile Kraftwerke – Braunkohle-, Steinkohle- und Erdgaskraftwerke – nähern sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten einer Altersgrenze, an der sie durch moderne Kraftwerke ersetzt werden sollten. Hierfür sprechen technische, wirtschaftliche und ökologische Gründe.
Darüber hinaus steht der Energiemix in Deutschland vor einem Umbruch. Über die weitere Nutzung bestehender Kernkraftwerke ist noch nicht entschieden. Die gegenwärtige Gesetzeslage sieht eine durchschnittliche Laufzeit von 32 Jahren und eine schrittweise Außerbetriebnahme über die nächsten Jahre vor. Diskutiert wird eine Verlängerung auf 40 bis 60 Jahre, was einen Weiterbetrieb über die nächsten Jahrzehnte ermöglichen könnte. Parallel dazu wird der Ausbau erneuerbarer Energien weiter vorangetrieben.
Aus dem Zusammenspiel von rückläufiger Nutzung der Kernenergie, zunehmendem Einsatz erneuerbarer Energien und alternden Beständen fossiler Kraftwerke ergibt sich ein wachsender Bedarf an fossilen Kraftwerksbauten. Hierin können Marktpotenziale für die Bau- und Baustoffindustrie liegen. Diese gilt es abzuschätzen.
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