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IW-Trends Nr. 2 8. Mai 2017 Susanna Kochskämper / Judith Niehues Entwicklung der Lebensverhältnisse im Alter

Das Armutsrisiko im Alter liegt deutlich unter dem Durchschnitt jüngerer Vergleichsgruppen. In einer Studie hat das IW Köln die Lebensverhältnisse unterschiedlicher Altersgruppen seit Mitte der 1980er Jahre verglichen und ist der Frage nachgegangen, ob und wie sich der Lebensstandard im Alter seitdem verändert hat.

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Entwicklung der Lebensverhältnisse im Alter
IW-Trends Nr. 2 8. Mai 2017 Susanna Kochskämper / Judith Niehues

Entwicklung der Lebensverhältnisse im Alter

Susanna Kochskämper / Judith Niehues Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Das Armutsrisiko im Alter liegt deutlich unter dem Durchschnitt jüngerer Vergleichsgruppen. In einer Studie hat das IW Köln die Lebensverhältnisse unterschiedlicher Altersgruppen seit Mitte der 1980er Jahre verglichen und ist der Frage nachgegangen, ob und wie sich der Lebensstandard im Alter seitdem verändert hat.

Die Entwicklung der Lebensverhältnisse und der Teilhabe der Älteren am gesellschaftlichen Wohlstand nimmt eine zentrale Rolle in der Gerechtigkeitsdebatte ein. Eine deskriptive Analyse der Lebensverhältnisse in Deutschland auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels zeigt, dass sich seit Mitte der 1980er Jahre die relative Einkommensposition Älterer deutlich verbessert hat. Über die vergangenen drei Jahrzehnte konnte die Ruhestandsbevölkerung im Durchschnitt höhere Realeinkommenszuwächse verbuchen als jüngere Alterskohorten. Entsprechend ist der Anteil älterer Menschen gesunken, die sich im unteren Einkommensfünftel der Gesellschaft befinden. Im Vergleich zu den 1980er Jahren leben dafür immer mehr Ältere in den mittleren und oberen Einkommensschichten. Hierzu passt, dass das Armutsrisiko im Alter erkennbar unter dem Durchschnitt jüngerer Vergleichsgruppen liegt. Allerdings unterscheidet sich die Wohlfahrtsposition im Alter stark nach dem vormaligen Erwerbsstatus und nach den ergänzenden Einkommensquellen. Erwerbseinkommen spielen beispielsweise bei (ehemals) Selbstständigen und im oberen Einkommensbereich der Rentner eine größere Rolle als bei ehemals abhängig Beschäftigten. Auch die Haushaltsstruktur ist relevant für die Einkommensposition im Alter. Anders als in der Gesamtbevölkerung hat sich im Betrachtungszeitraum seit Mitte der 1980er Jahre der Anteil alleinlebender Älterer deutlich reduziert. Auch dies dürfte einen dämpfenden Einfluss auf die Entwicklung des Armutsrisikos gehabt haben. Angesichts des relativ hohen Anteils an Singlehaushalten und armutsgefährdeten Personen in Ostdeutschland drohen dort aber künftig steigende Armutsrisiken im Alter, sollten vor allem die jüngeren Kohorten nicht ihr relativ hohes Armutsrisiko senken können. Insgesamt begründen die empirischen Befunde allein noch keinen politischen Handlungsbedarf, zumal bei korrigierenden Eingriffen in das gesetzliche Umlagesystem der Rentenversicherung immer auch die Verteilungswirkungen auf die jüngeren Generationen zu berücksichtigen sind.

Der Beitrag ist Teil des von der Carl-Deilmann-Stiftung geförderten Projekts „Sicherung sozialstaatlicher Aufgaben im demografischen Wandel“.

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IW-Trends Nr. 2 8. Mai 2017 Susanna Kochskämper / Judith Niehues

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Susanna Kochskämper / Judith Niehues Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

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