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Jörg Schmidt IW-Trends Nr. 1 26. März 2020 Die berufliche Geschlechtersegregation am Arbeitsmarkt: Welche Rolle spielen persönliche Präferenzen?

Die berufliche Geschlechtersegregation am deutschen Arbeitsmarkt hat sich im Zeitverlauf als ein relativ beständiges Muster erwiesen. In den letzten Jahren haben sich – mit wenigen Ausnahmen – nur geringe Veränderungen in der geschlechtsspezifischen Zusammensetzung einzelner Berufsgruppen ergeben.

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Welche Rolle spielen persönliche Präferenzen?
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Die berufliche Geschlechtersegregation am deutschen Arbeitsmarkt hat sich im Zeitverlauf als ein relativ beständiges Muster erwiesen. In den letzten Jahren haben sich – mit wenigen Ausnahmen – nur geringe Veränderungen in der geschlechtsspezifischen Zusammensetzung einzelner Berufsgruppen ergeben.

Die Ursachen der weitgehenden beruflichen Trennung sind in einer Vielzahl von Faktoren zu suchen, die empirisch kaum vollständig erfasst werden können. Daher beschränkt sich der vorliegende Beitrag auf eine Analyse der Zusammenhänge bestimmter persönlicher Präferenzen mit der Geschlechtstypik von Berufsgruppen. Anhand von Daten des Sozio-oekonomischen Panels kann für das Untersuchungsjahr 2016 gezeigt werden, dass Frauen und Männer, denen materielle Präferenzen („Sich etwas leisten können“) wichtig oder sehr wichtig sind, eine erhöhte Neigung aufweisen, in Misch- oder männertypischen Berufsgruppen zu arbeiten statt in frauentypischen Berufsgruppen. Daneben ergeben sich Anhaltspunkte, dass Männer mit sehr ausgeprägten altruistischen Präferenzen („Für andere da sein“) eine höhere Wahrscheinlichkeit aufweisen, in frauentypischen Berufsgruppen tätig zu sein. Zudem scheint der Aspekt der Selbstverwirklichung im Allgemeinen eine größere Rolle für die Vertretung in frauentypischen Berufsgruppen zu spielen. Die Ergebnisse deuten außerdem darauf hin, dass die bei der ursprünglichen Berufswahl erfolgte geschlechterbezogene Verteilung auf verschiedene Berufsgruppen durch Berufswechsel im Erwerbsverlauf tendenziell abgeschwächt wird. Wenn auch diese Befunde letztlich nur Anhaltspunkte liefern können und weiterer Forschungsbedarf angezeigt ist, sollten sie bei der Diskussion der Arbeitsmarktergebnisse von Frauen und Männern nicht vernachlässigt werden, zum Beispiel im Hinblick auf dieLohnunterschiede von Frauen und Männern.

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