Wenn Eigentümerinnen und Eigentümer eine neue Heizung einbauen, greifen sie immer häufiger zur Wärmepumpe. Diese war 2025 erstmals die am häufigsten neu eingebaute Heizungsart.
Fokusreport Wärme und Wohnen: Zentrale Ergebnisse aus dem Ariadne Wärme- & Wohnen-Panel 2025
Report des Ariadne Kopernikus-Projekts "Die Zukunft unserer Energie", gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Wenn Eigentümerinnen und Eigentümer eine neue Heizung einbauen, greifen sie immer häufiger zur Wärmepumpe. Diese war 2025 erstmals die am häufigsten neu eingebaute Heizungsart.
Das zeigt ein Report des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Kopernikus-Projekts Ariadne auf Basis des „Wärme- & Wohnen-Panels“. Dabei können die meisten Wärmepumpen im Sommer auch kühlen. So kann ihre zunehmende Verbreitung nicht nur helfen, Emissionen zu senken, sondern kann Haushalte auch dabei unterstützen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen.
Seit dem Jahr 2021 werden für das Panel jährlich 15.000 Haushalte zu ihrer Heiz- und Wohnsituation befragt. Dabei werden jedes Jahr der Stand energetischer Maßnahmen, die finanzielle Belastung durch Haushaltsenergie und die Einstellung zur CO2-Bepreisung abgefragt. Die Forschenden vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), dem RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und dem Institut der deutschen Wirtschaft fassen im aktuellen Fokusreport die Ergebnisse aus der Befragung im Herbst 2025 zusammen.
Die wichtigste Beobachtung: Der Anteil der Haushalte, in deren Wohnhaus eine Wärmepumpe installiert wurde, stieg von 0,8 Prozent im Jahr 2021 auf 1,9 Prozent im Jahr 2024 und hielt sich 2025 auf diesem Niveau. Erstmals wurden die überwiegend mit fossilen Brennstoffen betriebenen Heizkessel überholt, die 2025 nur noch bei 1,4 Prozent der Haushalte eingebaut wurden. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 waren es noch 3,0 Prozent der Haushalte.
Förderung scheint sich positiv auf Investitionsentscheidungen auszuwirken
„Während der Einbau von Wärmepumpen beim Heizungstausch im Gebäudebestand angestiegen ist, hat sich der von Heizkesseln halbiert“, stellt PIK-Forscher Anton Knoche, Hauptautor der Studie, fest. „Die fortgesetzte Förderung für Wärmepumpen durch die Bundesregierung scheint sich positiv auf Investitionsentscheidungen auszuwirken.“ Und: „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Haushalte dabei auch auf Betriebskosten achten.“
Der Ariadne-Report liefert auch neue Daten zur Entwicklung der Heizkosten. Im Vergleich zum Vorjahr ist insgesamt ein rückläufiger Trend sichtbar: Die spezifischen Heizkosten – also die Kosten je Quadratmeter Wohnfläche – sanken 2025 im Mittel von 17,70 auf 17,00 Euro pro Jahr. Dieser Rückgang fiel je nach Energieträger unterschiedlich aus. Haushalte mit Wärmepumpe zahlten mit 12,20 Euro pro Quadratmeter nicht nur am wenigsten, sondern verzeichneten mit −11,7 Prozent auch den deutlichsten Rückgang ihrer Heizkosten. Bei Gas (16,20 Euro) und Öl (17,10 Euro) gingen die Kosten moderat um rund 4 bis 5 Prozent zurück. Gegen den Trend stiegen allein die Kosten für Fernwärme – mit 20,90 Euro pro Quadratmeter waren sie nicht nur am höchsten, sondern legten gegenüber dem Vorjahr noch einmal um 2,5 Prozent zu.
Es braucht Aufklärung darüber, wie politische Instrumente wirken
Während die Umrüstung auf nachhaltige Heiztechnik vorankommt, ist die dahinterstehende Politik nach wie vor umstritten. Der CO2-Preis, der fossile Brennstoffe zunehmend verteuert, wurde laut der Panel-Untersuchung im Herbst 2025 nur von 35 Prozent der Haushalte befürwortet, exakt so viele wie ein und zwei Jahre zuvor. Ebenfalls 35 Prozent sind dagegen, der Rest unentschieden. Dabei finden 77 Prozent Klimaschutz wichtig. „Wir sehen, dass der CO2-Preis insbesondere bei hoher Heizkostenbelastung auf Ablehnung stößt und darüber hinaus unter den Ablehnenden häufig als nicht-effektiv für den Klimaschutz eingeschätzt wird“, erklärt Kathrin Kaestner vom RWI, Mitautorin des Reports. „Damit Klimaschutz von der Bevölkerung mitgetragen wird, braucht es Aufklärung darüber, wie politische Instrumente wirken. Beim CO2-Preis besteht dahingehend immer noch Nachholbedarf.“
Zudem ist es nach Einschätzung des Forschungsteams wichtig, dass der CO2-Preis mit gezielter Kompensation und Regulierung ergänzt wird. Bereits im März dieses Jahres beleuchtete ein Ariadne-Report zur Akzeptanz von Klimapolitik in Deutschland, dass ein Mix aus politischen Instrumenten sowohl die Effizienz als auch die Akzeptanz von Klimapolitik erhöhen kann. Fazit: Obwohl die CO2-Bepreisung wegen der zusätzlichen Kosten oft in der Kritik steht, macht sie den Umstieg auf Wärmepumpen insgesamt attraktiver. Gepaart mit flankierenden Maßnahmen kann sie so zum Hebel für die Wärmewende werden.
Fokusreport Wärme und Wohnen: Zentrale Ergebnisse aus dem Ariadne Wärme- & Wohnen-Panel 2025
Report des Ariadne Kopernikus-Projekts "Die Zukunft unserer Energie", gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
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