Selbst wenn sich die Pflegebedürftigkeit mit zunehmender Lebenserwartung in höhere Lebensalter verschiebt, müsste noch mit knapp 3,9 Millionen Pflegebedürftigen gerechnet werden. Die Simulationsrechnungen verdeutlichen zudem, dass eine wirkliche Entspannung der Lage in keinem Bundesland zu erwarten ist, alle müssen sich auf einen Zuwachs der Zahl der Pflegebedürftige einstellen.

Vor diesem Hintergrund gilt es, die gegenwärtigen Strukturen bereits jetzt noch einmal kritisch dahingehend zu überprüfen, ob sie diesen künftigen Anforderungen gerecht werden. Denn zu erwarten, dass diese zusätzlichen Pflegebedürftigen alle „informell“, das heißt ausschließlich von Angehörigen gepflegt werden, ist bereits vor dem gegenwärtigen Hintergrund ein eher unrealistisches Szenario. Je nach Bundesland werden heute nur zwischen 40 und rund 55 Prozent der Pflegebedürftigen informell gepflegt (Kochskämper, 2018, 6), dieser Anteil hat sich in den letzten 15 Jahren nicht bedeutend verändert.