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IW-Policy Paper Nr. 9 7. Mai 2021 Hans-Peter Klös / Rahild Neuburger / Thomas Sattelberger / Dirk Werner Geschäftsmodelle und berufliche Bildung im digitalen Wandel

Die technologiegetriebene Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle ist für die Zukunft der beruflichen Bildung von großer Bedeutung. Digitale Kompetenzen – wie beispielsweise Digital Literacy, Digitale Interaktion, Kollaboration, Medienkompetenz – sind ein unverzichtbarer Bestandteil der beruflichen Bildung für eine moderne Arbeitswelt, um künftige Fachkräfte für ihre berufliche Tätigkeit zu qualifizieren.

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Geschäftsmodelle und berufliche Bildung im digitalen Wandel
IW-Policy Paper Nr. 9 7. Mai 2021 Hans-Peter Klös / Rahild Neuburger / Thomas Sattelberger / Dirk Werner

Geschäftsmodelle und berufliche Bildung im digitalen Wandel

Hans-Peter Klös / Rahild Neuburger / Thomas Sattelberger / Dirk Werner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Die technologiegetriebene Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle ist für die Zukunft der beruflichen Bildung von großer Bedeutung. Digitale Kompetenzen – wie beispielsweise Digital Literacy, Digitale Interaktion, Kollaboration, Medienkompetenz – sind ein unverzichtbarer Bestandteil der beruflichen Bildung für eine moderne Arbeitswelt, um künftige Fachkräfte für ihre berufliche Tätigkeit zu qualifizieren.

Das aktuelle Neuordnungsgeschehen der Berufe trägt zwar bereits spürbar einem digitalisierungsbedingten Anpassungsdruck Rechnung, aber die Weiterentwicklung der Berufsbilder berücksichtigt noch zu wenig die künftig zu erwartenden, eher disruptiv ablaufenden Veränderungen im Zuge der technologischen Dynamik. Die berufliche Qualifizierung sollte daher flexibler gestaltet werden und die Vermittlung allgemeiner und berufsfeldspezifischer, berufsspezifischer und spezialisierter Kompetenzen, auch über mehr Wahl- oder Zusatzqualifikationen, verzahnen.

Die Veränderung von Geschäftsmodellen, der Arbeitsorganisation und des Erwerbs beruflicher Kompetenzen sind dabei als “magisches Dreieck” zu verstehen und integriert zu betrachten. Die inhaltliche, organisatorische und prozessuale Anpassung der beruflichen Bildung darf nicht ausschließlich pfadabhängig erfolgen. Für die bisher im Berufsbildungssystem weniger betrachteten Geschäftsmodelle (insbesondere im C2B- und C2C-Bereich) sollte aufgrund ihrer steigenden Relevanz noch stärker reflektiert werden, ob und welche neuen oder veränderten Qualifizierungsbedarfe sich daraus ergeben. Berufsübergreifende Kompetenzen sollten durch eine neue Mischung aus Generalisierung und Flexibilisierung auf Basis des Berufsprinzips gestärkt werden. Damit sollen beruflich Qualifizierte besser in die Lage versetzt werden, spätere Wechsel bei den beruflichen Anforderungen flexibel meistern und aktiv gestalten zu können.  

Diese Veränderung sollte unterstützt werden durch die Befähigung der Lernenden zum lebenslangen, eigenverantwortlichen und selbstorganisierten Lernen, die Befähigung der Lehrenden zur Übernahme ihrer veränderten Rolle als Impulsgeber, Lernprozessbegleiter oder Coach, die Befähigung der Unternehmen, den Zugriff auf relevante Lerninhalte im jeweiligen Problem- und Arbeitskontext über eine unternehmensinterne Lern-Plattform, den Zugang zu einer externen Lern-Plattform oder die Nutzung smarter Bildungsräume zu ermöglichen, die Befähigung der Berufsschulen, mit angemessener Ausstattung, zeitgemäß qualifiziertem Lehrpersonal und organisatorischer Flexibilität als starker Partner im dualen System agieren zu können, die Befähigung der Hochschulen, in deutlich engerer Kooperation mit der Ausbildungspraxis angehende Berufsschullehrer und akademisch qualifizierte Fachkräfte auf ihre neue Rolle und neuen Aufgaben vorzubereiten, die Ermutigung etablierter und neuer Player im Berufsbildungssystem, digital unterstützte Lerninhalte und Formate zu entwickeln und auf Lern-Plattformen zu etablieren sowie durch die Entwicklung geeigneter Finanzierungsmodelle zur Realisierung dieser Konzepte, etwa im Rahmen eines Digitalpakts Berufliche Bildung.

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