Die erneute Infektionswelle infolge der Corona-Pandemie hat in Deutschland im Frühjahr 2021 zu fortgesetzten Einschränkungen des gesellschaftlichen und ökonomischen Lebens geführt. Damit liegen zum einen die Geschäftspotenziale in Teilen der Dienstleistungsökonomie weiter brach – mit möglicherweise bleibenden Schäden beim Wachstumspotenzial dieser Wirtschaftszweige. Zum anderen können die bestehenden Konsumpotenziale in Deutschland weiterhin nicht in Stellung gebracht werden (Bardt/Grömling, 2021). Da auf den privaten Konsum gut die Hälfte der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage entfällt, bleibt die konjunkturelle Dynamik erst einmal abgebremst.

Mit der fortschreitenden Impfung der Bevölkerung – Anfang Mai 2021 haben 8 Prozent der Bevölkerung ihre zweite und gut ein Viertel ihre erste Impfung erhalten – und in Kombination mit den breitflächig bestehenden Testkapazitäten stellt sich die Frage nach den weiteren Öffnungsoptionen sowie nach den damit erwartbaren ökonomischen Impulsen. Zudem scheint sich die Infektionslage Anfang Mai 2021 wieder zurückzubilden.

Hier wird mit Blick auf zwei besonders von Restriktionen betroffene Teile der Dienstleistungsökonomie untersucht, welche Bedeutung der Nachfrage unterschiedlicher Altersgruppen in Deutschland für das entsprechende Konsumpotenzial und die darauf ausgerichteten Unternehmen zukommt. Dies liefert eine empirische Orientierung für Lockerungseffekte infolge der Impffortschritte und Testintensivierung bei bestimmten Altersgruppen.

Datenbasis für diese Orientierung ist die Laufende Wirtschaftsrechnung (LWR) des Statistischen Bundesamtes. Diese Statistik liefert Informationen über die Einnahmen und Ausgaben von privaten Haushalten fast aller sozialen Gruppierungen, um damit ein repräsentatives Bild der Lebenssituation in Deutschland zu zeichnen. Seit dem Erhebungsjahr 2005 wird die LWR als Unterstichprobe der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) erhoben. Haushalte von Selbstständigen und mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von über 18.000 Euro im Monat sind nicht enthalten. Die Auswertung bezieht sich auf die monatlichen Konsum­ausgaben je Haushalt im Jahr 2019. Die Altersgruppen sind nach dem Alter der Haupteinkommensperson des Haushalts abgegrenzt. Die Analyse richtet sich nach den in der Statistik vorgegebenen Altersgruppen.