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Die Entwicklung der Unternehmensinvestitionen der letzten Jahre zeigt ein gemischtes Bild. Das Investitionswachstum war zuletzt oberhalb des langjährigen Durchschnitts, aber deutlich schwächer als in vorangegangenen Aufschwüngen. Eine optimale Investitionsrate lässt sich jedoch weder aus historischen noch aus internationalen Vergleichen ableiten. Raum für zusätzliche privatwirtschaftliche Investitionen kann aber durch Fortschritte in der Gestaltung der Investitionsbedingungen liegen. Für die Entwicklung neuer Potenziale für Wertschöpfung und Einkommen in der Zukunft ist es von besonderer Bedeutung, die Voraussetzungen für unternehmerische Investitionen zu verbessern.

Im Rahmen aktueller Untersuchungen (Bardt et al., 2017) wurden mithilfe von Unternehmensbefragungen aktuelle Investitionshemmnisse für Unternehmen identifiziert. Diese können früheren Befragungen gegenübergestellt werden (Bardt et al., 2015), die mit vergleichbaren Fragen 2014 durchgeführt wurden. Aus dem Vergleich der wichtigsten Hemmnisse für mehr Investitionen in den Jahren 2014 und 2017 können Schlüsse hinsichtlich sich verändernder politischer Rahmen- und wirtschaftlicher Umfeldbedingungen gezogen werden.

Als wichtigstes Investitionshemmnis wurde zu beiden Zeitpunkten das Niveau an Bürokratie und Regulierungen genannt. Tatsächlich sind die vom Normenkontrollrat errechneten Erfüllungskosten für Bundesgesetze seit 2011 um 10 Milliarden Euro gestiegen. Dennoch ist der Anteil der Unternehmen leicht auf 50 Prozent zurückgegangen, die hierin ein starkes Investitionshemmnis sehen.

Den stärksten Zuwachs auf der Liste der Hindernisse entfällt auf den Fachkräftemangel. Sah 2014 noch ein Drittel der Unternehmen hierin ein gravierendes Problem, war es nur drei Jahre später schon die Hälfte der Befragten. Für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung ist das ein Warnsignal.

Mit gut 40 Prozent sind Arbeitskosten und weltwirtschaftliche Unsicherheiten weiterhin wichtige Schwierigkeiten. Dabei sind die wahrgenommenen Risiken des globalen Umfelds um fast 10 Prozentpunkte zurückgegangen. Die einzelnen Komponenten werden von jedem vierten Unternehmen (weltweite Unsicherheit durch Protektionismus und Zukunft Europas) beziehungsweise jeder fünften Firma (Schwellenländer) hervorgehoben. Auch die Energiekosten werden von deutlich weniger Unternehmen als konkretes Investitionshemmnis gesehen. Dies ist aber auch auf die weltweit gesunkenen Rohstoffpreise zurückzuführen. Die energiepolitischen Rahmenbedingungen lösen hingegen bei einem guten Drittel der Unternehmen Investitionsverzögerungen aus (Bardt/Schaefer, 2017).

Drastisch an Bedeutung verloren haben die Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung in Europa. Vor drei Jahren sahen darin noch 45 Prozent der Unternehmen ein Hindernis für mehr Investitionen, heute sind es nur noch 12 Prozent – 33 Prozentpunkte weniger. Während dies 2014 noch eine der wichtigsten Sorgen war, hat sich die Stabilisierung der europäischen Volkswirtschaften positiv auf die Inves­titionsneigung der Unternehmen in Deutschland ausgewirkt.

Während sich die meisten wirtschaftlichen Umfeldbedingungen in den letzten Jahren verbessert haben, sind Unternehmenssteuern und Infrastrukturmängel als Investitionshemmnis leicht kritischer geworden. Gravierend ist besonders der zunehmende Fachkräftemangel. Die wichtigsten, national beeinflussbaren Rahmenbedingungen, die mehr unternehmerischen Investitionen im Wege stehen, sollten Teil einer Investitionsagenda der neuen Bundesregierung werden, um die wirtschaftlichen Wachstumskräfte zu stärken.

IW-Kurzbericht

Hubertus Bardt / Michael Grömling: Hausgemachte Investitionshemmnisse

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