Seit vielen Jahren versucht die Politik den Arbeitsplatz Privathaushalt attraktiver zu machen und vor allem die weitverbreitete Schwarzarbeit bei der Hilfe im Haushalt zu bekämpfen. Die Analyse der neuesten verfügbaren Daten aus den offiziellen Statistiken und aus Umfragen (u.a. dem SOEP) zeigen einen angesichts des steigenden Bedarfs unerwarteten Rückgang bei der Zahl der Haushaltshilfen. Im Jahr 2015 beschäftigten 4,3 Millionen Haushalte eine Hilfe. Im Jahr 2017 waren dies nur noch 3,75 Millionen. Ein Rückgang um mehr als 12 Prozent. Auch bei der Berechnung mit anderen Modellen und Gewichtungen bei der Übertragung der Stichprobenwerte auf die Gesamtbevölkerung ergibt sich ein ebenso hoher Rückgang, allerdings mit anderen absoluten Werten. Dieser Rückgang lässt sich vor allem mit einem geringeren Angebot an Haushaltshilfen erklären. Denn die Haushalte selber geben einen entsprechenden Bedarf an und suchen nach Unterstützung im Haushalt.

Zunahme der Minijobber und sozialversicherungspflichtig Beschäftigten

Die Zahl der legal beschäftigten Haushaltshilfen hat im Laufe der letzten Jahre zugenommen. Insbesondere ist – u.a. aufgrund der steuerlichen Absetzbarkeit sowie der vereinfachten Anmeldung über die Minijobzentrale – die Zahl der Minijobber in Privathaushalten angestiegen. Seit 2005 hat sich die Zahl von rund 108.000 auf mehr als 305.000 Minijobber bis 2017 fast verdreifacht. Hinzu kommen 47.845 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (2017) sowie eine geschätzte Anzahl von rund 20.000 Selbständigen, die auf offizielle Rechnung in den Privathaushalten putzen, waschen und aufräumen. Diese werden teilweise über Internetplattformen vermittelt. Tatsächlich dominiert die „Putzfrau“ in diesem Wirtschaftszweig: zwischen 85 und 90 Prozent der angemeldeten Hilfen sind Frauen. Ausländer sind rund 22 Prozent der angemeldeten Minijobber und etwa 28 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die überwiegend aus anderen EU-Staaten kommen.