Schrumpfende Gewerkschaften und eine rückläufige Tarifbindung haben ein institutionelles „Machtvakuum“ entstehen lassen, das kollektive Lohnfindungssysteme unter Druck setzt.
Schwächung kollektiver Akteure und Machtverschiebungen im Lohnbildungsprozess: Ausmaß, Wirkung und Reaktionen
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Schrumpfende Gewerkschaften und eine rückläufige Tarifbindung haben ein institutionelles „Machtvakuum“ entstehen lassen, das kollektive Lohnfindungssysteme unter Druck setzt.
Die abnehmende Gestaltungsmacht der Tarifparteien wird dabei nicht nur in Deutschland kritisch hinterfragt, sondern ebenso durch die OECD oder die EU-Kommission. Unabhängig davon haben die Gewerkschaften einen eigenen Anreiz, ihre Mitgliederbasis und die Reichweite tarifvertraglicher Regelungen zu erweitern. Das sichert ihnen die Durchsetzung ihrer Tariflöhne. Um stärker zu werden, setzen sie mittlerweile auf einen Strategiemix, mit dem sie neue Mitglieder und Betriebe erschließen und eine Gewerkschaftsmitgliedschaft attraktiver gestalten wollen. Gesetzliche Regelungen sollen darüber hinaus überall dort greifen, wo Gewerkschaften nicht mehr stark genug sind, um Tarifverträge durchzusetzen. Eine aktivere Rolle des Staates könnte jedoch die Bemühungen der Tarifparteien konterkarieren, ihre Mitgliederbasis selbst zu stärken. Zunächst sollte der Fokus deshalb stärker auf die Inhalte von Tarifverträgen gerichtet werden. Sie müssen für Beschäftigte und Unternehmen – insbesondere für kleine und mittlere – gleichermaßen attraktiv sein.
Schwächung kollektiver Akteure und Machtverschiebungen im Lohnbildungsprozess: Ausmaß, Wirkung und Reaktionen
Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Europäische Mindestlohnrichtlinie und Stärkung der Tarifbindung
Die EU-Mindestlohnrichtlinie empfiehlt den EU-Mitgliedstaaten zur Sicherung angemessener Mindestlöhne eine tarifvertragliche Reichweite von 80 Prozent.
IW
Tarifgeltung und Lohnquote im internationalen Vergleich
Untersucht wird, ob ein hoher Tarifgeltungsgrad die funktionale Einkommensverteilung zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern beeinflusst.
IW