Ursächlich hierfür ist die Zinsentwicklung. Im Zeitraum 2010 bis 2017 sind die Zinsen insgesamt deutlich stärker gefallen, als die Preise gestiegen sind. Dadurch hat das Wohneigentum im Vergleich zum Mieten enorm an Attraktivität gewonnen.

Der große Unterschied zwischen den Selbstnutzerkosten und den Mieten spricht auch gegen eine spekulative Blase. Typisch für eine Überhitzung des Marktes wären höhere Selbstnutzer- als Mieterkosten, da dann durch eine Preisreduktion das Marktgleichgewicht wiederhergestellt werden könnte. So ist aber eher mit weiter steigenden Preisen zu rechnen. Auch die Entwicklungen in der Immobilienfinanzierung, die durch hohe Tilgungen, konstante Fremdkapitalquoten und moderate Steigerungen der Kreditvolumina gekennzeichnet sind, deuten nicht auf eine Überhitzung hin.

Die Entwicklungen am globalen Kapitalmarkt weisen darüber hinaus auf eine anhaltende Niedrigzinsphase hin. Schließlich stehen hohen Ersparnissen tendenziell rückläufige Investitionen gegenüber. Daher bleibt für die Haushalte ein attraktives Zeitfenster für den Immobilienerwerb.

Derzeit können Immobilien nicht nur finanziert, sondern auch abbezahlt werden, ohne dass die Haushalte während des Erwerbslebens stärker als vergleichbare Mieter belastet werden. Damit ist der Vermögensaufbau faktisch ohne Mehrkosten verbunden. Allerdings ist hierfür entscheidend, wie schnell die Immobilie abbezahlt werden soll. Je länger die Haushalte Zeit haben, desto einfacher ist die Finanzierung. Genau hier liegt jedoch die große Herausforderung, da junge Haushalte häufig nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um Erwerbsnebenkosten und Eigenkapital aufzubringen. Daher ist die Politik gefordert, den Zugang zu Wohneigentum zu vereinfachen.