Um eine valide Datengrundlage für den Status quo und die Entwicklung der Digitalisierung der Wirtschaft in Deutschland zu schaffen, wurde der jährlich erscheinende Digitalisierungsindex entwickelt. Dabei werden insbesondere Ergebnisse für die Digitalisierung nach Branchen, Unternehmensgrößenklassen, Bundeslandgruppen und Regionstypen ausgewiesen. Der Index lässt sich in unternehmensinterne und unternehmensexterne Aspekte unterteilen. Zu den internen Aspekten zählen die fünf Kategorien Prozesse, Produkte, Geschäftsmodelle, Qualifizierung und Forschungs- und Innovationsaktivitäten. Zu den unternehmensexternen Aspekten gehören die Kategorien Technische Infrastruktur, Administrativ-rechtlicher Rahmen, Gesellschaft, Humankapital und Innovationslandschaft. Alle Kategorien enthalten mehrere Indikatoren. Aufgrund unterschiedlicher Datenverfügbarkeit sind nicht alle Indikatoren und Kategorien für alle oben genannten Differenzierungen des Index anwendbar. Das Gutachten zeigt die Kernergebnisse des Erhebungsjahrs 2020. Ein ausführlicher Ergebnisbericht mit detaillierten Analysen erscheint Anfang 2021. Detaillierte Ergebnisse einzelner Kategorien und Indikatoren lassen sich im interaktiven IndikatorenTool auf de.digital ausweisen.

Digitalisierung nach Branchen

Für die Analyse der Branchenunterschiede bei der Digitalisierung werden zehn Branchen bzw. Branchengruppen einbezogen. Der gewichtete Durchschnitt der Branchen wird auf den Wert 100 festgelegt. Die Ergebnisse zeigen:

  • Am weitesten fortgeschritten bei der Digitalisierung sind die Informations- und Kommunikationsbranche (IKT, 273,0 Indexpunkte bzw. 273 Prozent des Branchen-Durchschnitts), der Fahrzeugbau (193,0 Indexpunkte) sowie die hier gemeinsam betrachteten Branchen Elektrotechnik und Maschinenbau (144,3 Indexpunkte).
  • Am wenigsten digitalisiert zeigt sich das Sonstige Produzierende Gewerbe, wozu unter anderem das Baugewerbe zählt, (55,6 Indexpunkte), die Tourismusbranche (64,4 Indexpunkte) und das Sonstige Verarbeitende Gewerbe, dem die Herstellung von Textilien angehört (66,7 Indexpunkte).

Digitalisierung nach Regionen

Für die Analyse nach Regionen wurden vier Bundeslandgruppen unterschieden (Nord, Ost, Süd, West), deren gewichteter Durchschnittsindex wiederum auf den Wert 100 festgelegt wurde. Die Ergebnisse:

  • Der Süden mit Bayern und Baden-Württemberg ist am weitesten digitalisiert (110,5 Indexpunkte). Hier haben sich besonders viele Unternehmen angesiedelt, die stark an digitalen Lösungen forschen, beispielsweise die Automobilindustrie.
  • Der Norden (Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein) ist mit 98 Indexpunkten durchschnittlich aufgestellt. Die Regionen punkten mit einem gut ausgebauten Breitbandnetz.
  • Der Osten (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) schneidet mit einem Wert von 94,2 Indexpunkten leicht unter dem Durchschnitt ab. Die neuen Bundesländer beherbergen einige Start-ups, die sich auf digitale Produkte und Dienstleistungen spezialisiert haben.
  • Den schlechtesten Wert erreicht der Westen (Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland) mit einem Wert von nur 93,6 Indexpunkten. Hier haben sich nur wenige Branchen angesiedelt, die bei der Digitalisierung besonders fortschrittlich sind, zudem ist der Breitbandausbau noch nicht so weit vorangeschritten.