Sei es, weil die Ausstattung mit Produktionsmitteln oder mit IKT-Infrastruktur eine Voraussetzung für die Dienstleitungen ist oder weil Dienstleistungen heute die Industrieprodukte vielfach im Rahmen hybrider Wertschöpfung begleiten. Die sichere Rohstoffversorgung ist verschiedenen Risiken in unterschiedlichen Dimensionen ausgesetzt. Der hier vorgestellte Rohstoff-Risiko-Index macht die Risiken soweit wie möglich transparent und setzt sie zueinander in Verhältnis. Zu den Risiken zählt die regionale Konzentration von Rohstoffen, die eine Importabhängigkeit Deutschlands und Europas bei vielen metallischen und mineralischen Rohstoffen begründet. Häufig bestehen in den Förderländern politische und wirtschaftliche Risiken.

Politische Erwägungen können zu weiteren künstlichen Verknappungen bei der Rohstoffversorgung führen. Dieses Risiko wächst mit den zunehmenden Spannungen in der internationalen Handelspolitik. Diese Entwicklungen bleiben nicht ohne Rückwirkung auf das Preisrisiko der Rohstoffversorgung. Auch die Rolle der Rohstoffe für die zukünftige Produktion und die Möglichkeit zur Substitution bestimmen die Rohstoffrisiken mit.

Die Ergebnisse des Rohstoff-Risiko-Indexes zeigen deutlich die aktuellen und die sich verändernden Risiken der Rohstoffversorgung auf. So ist in der aktuellen Version des Rohstoff-Risiko-Indexes Kobalt als wesentlicher Bestandteil der heutigen Lithium-Ionen-Batterien der Rohstoff mit dem höchsten Versorgungsrisiko. Die Risikoeinschätzung für andere wichtige Batterierohstoffe, wie Lithium und Graphit, hat sich deutlich verschärft. Dagegen hat sich die Lage bei den Seltenen Erden gegenüber Vorgängerversionen des Rohstoff-Risiko-Indexes entspannt – auch wenn sie weiterhin zu den Hoch-Risiko-Rohstoffen zählen.