Wo Fachkräfte gesucht werden

Anteil der Stellen mit Besetzungsschwierigkeiten an allen offenen Stellen in der jeweiligen Region in Prozent (Engpassquote)

Informationen zur Grafik

Die Daten der Karte sind Berechnungen des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (kofa.de) auf Grundlage von Daten der Bundesagentur für Arbeit. Die Geodaten dieser Karte stammen von der Bundesagentur für Arbeit, die auf den folgenden Webseiten ebenfalls über Fachkräfteengpässe informiert: Interaktive Visualisierung Engpassanalyse, Bericht Fachkräfteengpassanalyse, Arbeitsmarktmonitor-Fachkräfteradar.

Die Fachkräftesituation ist regional sehr unterschiedlich. Besonders stark betroffen ist Süddeutschland.

Die Berufe und Regionen sind unterschiedlich stark von Engpässen betroffen. In Berlin etwa wird rund jede dritte Stelle in Engpassberufen ausgeschrieben, in Baden-Württemberg sind es knapp zwei von drei. Dort ist mehr als jeder fünfte Beruf schon seit mindestens fünf Jahren dauerhaft von einem starken Engpass gekennzeichnet. In Brandenburg sind es hingegen nur drei Prozent. Insgesamt ist die Fachkräftesituation im Süden Deutschlands deutlich angespannter als im Norden. In etwa zwei Dritteln aller Berufe hat sich die Situation in den letzten fünf Jahren weiter zugespitzt; dies vor allem im Osten. Entspannung bei der Fachkräfteversorgung gibt es aus Sicht der Unternehmen hingegen kaum.

Fachkräfte, Spezialisten und Experten sind nicht überall gleichermaßen gefragt.

Allerdings sind Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung besonders knapp. Betrachtet man die verschiedenen Anforderungsniveaus der beruflichen Tätigkeiten, ergeben sich zusätzlich regionale Schwerpunkte. So sind Fachkräfte mit Berufsausbildung beispielsweise besonders im Nordwesten Niedersachsens rund um Nordhorn gefragt. Spezialisten wie Meister, Techniker und Bachelorabsolventen fehlen besonders in der Mitte Deutschlands von Marburg bis Suhl. Nördlich davon, von Celle bis Magdeburg, mangelt es wiederum besonders an Akademikern mit Masterabschluss oder Diplom. An Helfern fehlt es hingegen kaum.

Alternde Belegschaften und fehlende Nachwuchskräfte verschärfen künftig die Situation.

In vielen Regionen Deutschlands werden demnächst viele Beschäftigte in Rente gehen. In vielen der betroffenen Regionen werden zudem die Nachwuchskräfte knapp. Insbesondere im Osten ist diese Konstellation deutlich erkennbar. Nur die größeren Städte profitieren dort noch von der Landflucht wie in vielen anderen Regionen auch. Betriebe werden künftig noch kreativer werden müssen, um ihre Belegschaftsgröße zu erhalten und den Nachwuchs zu sichern.

Der Ausbildungsmarkt ist zunehmend durch eine kleine Bewerberzahl, aber auch starke regionale Ungleichgewichte geprägt. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen ist weiter gestiegen. Betroffen sind gleichermaßen sowohl die wirtschaftlich starken Regionen im Süden als auch die demografisch benachteiligten Regionen Ostdeutschlands. Dabei schafft es vor allem der Süden ausbildungsinteressierten Bewerbern einen Ausbildungsplatz anzubieten. Dies ist zwar grundsätzlich positiv zu betrachten, allerdings können die verbleibenden unbesetzte Plätze größtenteils nur noch überregional besetzt werden, wenn nicht genügend geeignete Bewerber vor Ort zu finden sind. In anderen Regionen Deutschlands hingegen bleiben Bewerber unversorgt. Ihr Potenzial wird für den Ausbildungsmarkt nicht genutzt, weil die Mobilität zu schwach ausgeprägt ist. Dies war in den Jahren nach der Wiedervereinigung noch anders, als viele junge Menschen aus Ostdeutschland für eine Berufsausbildung vorwiegend nach Süddeutschland gezogen sind.