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Gutachten 8. Juni 2026 Franziska Arndt / Sabine Köhne-Finster KOFA Kompakt 4/2026: KMU unter Druck: Die Fachkräftesituation in den Bundesländern

Der Fachkräftemangel stellt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland vor große Herausforderungen – allerdings nicht überall in gleicher Weise.

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Gutachten 8. Juni 2026 Franziska Arndt / Sabine Köhne-Finster

KOFA Kompakt 4/2026: KMU unter Druck: Die Fachkräftesituation in den Bundesländern

Franziska Arndt / Sabine Köhne-Finster Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Der Fachkräftemangel stellt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland vor große Herausforderungen – allerdings nicht überall in gleicher Weise.

Die Studie „KMU unter Druck: Die Fachkräftesituation in den Bundesländern“ zeigt, wie stark die Situation je nach Region variiert und welche Fachkräfte besonders fehlen. Für KMU ist das entscheidend, weil sich Stellenbesetzungsschwierigkeiten und Wettbewerbsdruck deutlich unterscheiden. Der Artikel ordnet die wichtigsten Ergebnisse verständlich ein und zeigt, was sie für Unternehmen bedeuten.

Das Wichtigste in Kürze

  • KMU tragen den Großteil des Fachkräftemangels – wie stark die Engpässe ausfallen, unterscheidet sich jedoch je nach Bundesland: In Bayern bleibt etwa jede zweite Stelle im Mittelstand unbesetzt, in Berlin nur rund jede fünfte.
  • In ländlich geprägten Bundesländern entfallen bis zu 80 Prozent der offenen Stellen in Engpassberufen auf KMU, während in den Stadtstaaten der Wettbewerb mit Großunternehmen stärker ausgeprägt ist.
  • Besonders häufig fehlen KMU beruflich qualifizierte Fachkräfte, vor allem in Produktion und Fertigung, im Handwerk sowie in Gesundheits- und Sozialberufen.

Fachkräftemangel trifft KMU je nach Bundesland unterschiedlich stark

In Deutschland konnten im Jahresdurchschnitt rund 393.000 von insgesamt 1,1 Millionen offenen Stellen rechnerisch nicht besetzt werden. Davon entfielen 71,7 Prozent auf KMU. Damit liegt der größte Teil der Engpässe im Mittelstand. Die hohe Fachkräftenachfrage von KMU hängt auch damit zusammen, dass sie den deutschen Arbeitsmarkt durch ihre große Zahl an Unternehmen und Beschäftigten maßgeblich prägen.

Wie stark KMU betroffen sind, hängt jedoch stark vom Standort ab. Bundesweit konnte rund ein Drittel der offenen Stellen in KMU rechnerisch nicht besetzt werden. In Bayern blieb etwa jede zweite offene Stelle in KMU unbesetzt, während es in Nordrhein-Westfalen rund ein Viertel war. In Berlin lag der Anteil sogar nur bei etwa jeder fünften Stelle. Dennoch ist auch in Bundesländern mit geringeren Engpässen die Stellenbesetzung eine Herausforderung.

Für KMU bedeutet das: Der Fachkräftemangel belastet KMU bundesweit, aber die Intensität unterscheidet sich. Da KMU überwiegend regional rekrutieren und zugleich meist an ihren Standort gebunden sind, wirken sich die regionalen Unterschiede unmittelbar auf ihre Stellenbesetzung aus.

Wettbewerb um Fachkräfte: Unterschiede zwischen Stadtstaaten und ländlichen Bundesländern

In vielen ländlich geprägten Bundesländern entfällt der Großteil der offenen Stellen in Engpassberufen auf KMU. In Mecklenburg-Vorpommern sind es rund 79,9 Prozent, in Sachsen etwa 77,8 Prozent. KMU tragen dort die Hauptlast des Fachkräftebedarfs.

In den Stadtstaaten ist die Situation anders. In Berlin und Hamburg liegt der Anteil der KMU-Stellen in Engpassberufen jeweils bei 54,2 Prozent. Gleichzeitig bedeutet das einen besonders starken Wettbewerb mit Großunternehmen: Dort kommen in Engpassberufen nur etwa 1,2 KMU-Stellen auf eine Stelle in einem Großunternehmen.

Für KMU bedeutet das:

  • In ländlichen Bundesländern dominieren KMU die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt.
  • In den Stadtstaaten konkurrieren KMU deutlich stärker mit großen Unternehmen um Fachkräfte.

Besonders gefragt: Fachkräfte mit Berufsausbildung

KMU fehlen vor allem beruflich qualifizierte Fachkräfte. Rund zwei Drittel aller Engpässe entfallen auf dieses Qualifikationsniveau.

Besonders stark betroffen sind Berufe in:

  • Produktion und Fertigung
  • Handwerk
  • Gesundheits- und Sozialberufen

Zu den häufigsten Engpassberufen zählen unter anderem ausgebildete Bauelektriker:innen, Kfz-Techniker:innen und Altenpfleger:innen. Diese Berufe gehören in vielen Bundesländern zu den größten Engpassberufen.

Engpässe unterscheiden sich stark nach Bundesland und Beruf

Nicht nur die Stärke, sondern auch die Konzentration der Engpässe variiert. In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen entfallen über 40 Prozent der Fachkräftelücke in KMU auf die zehn größten Engpassberufe. In Bayern und Brandenburg liegt dieser Anteil nur bei gut einem Viertel.

Das bedeutet:

  • In einigen Bundesländern konzentrieren sich die Engpässe auf wenige zentrale Berufe.
  • In anderen verteilt sich die Fachkräftelücke auf viele verschiedene Berufe.

Auch fehlen nicht überall die gleichen Fachkräfte. Erzieher:innen gehören nur in 5 von 16 Bundesländern zu den Top-3-Engpassberufen, stellen dort aber jeweils den größten Engpass dar. In Berlin und Sachsen besteht in diesem Beruf hingegen rechnerisch kein Fachkräftemangel.

Für KMU zeigt sich: Die Herausforderungen unterscheiden sich nicht nur nach Bundesland, sondern auch nach konkreten Berufsprofilen.

„Der Fachkräftemangel trifft KMU in ganz Deutschland – allerdings unter sehr unterschiedlichen Bedingungen. Während in einigen Bundesländern der Wettbewerb mit Großunternehmen besonders herausfordernd ist, fehlen in anderen Bundesländern schlicht passende Fachkräfte.“ 
Zitat der Studienautor:innen (Franziska Arndt)

Empfehlungen für KMU

KMU können verschiedene Ansätze nutzen, um den Fachkräfteengpässen zu begegnen:

Die Ergebnisse zeigen: Der Fachkräftemangel ist für KMU überall relevant, aber unterschiedlich ausgeprägt. Wer die Situation vor Ort und die betroffenen Berufsgruppen genau kennt, kann gezielter reagieren. Eine vertiefte Einordnung mit detaillierten Daten bietet die vollständige Studie.

DOI: 10.67087/2.21267

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Gutachten 8. Juni 2026 Franziska Arndt / Sabine Köhne-Finster

KOFA Kompakt 4/2026: KMU unter Druck: Die Fachkräftesituation in den Bundesländern

Franziska Arndt / Sabine Köhne-Finster Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

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